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Streit um „Spitzenglättung“ : Zwangsabschaltung bei überlastetem Stromnetz?

  • Aktualisiert am

Ein Elektroauto wird im Schnee aufgeladen. Bild: dpa

Die Politik forciert die Verbreitung von Elektroautos und Wärmepumpen, doch der Ausbau der Stromnetze hinkt hinterher. Das erfordert in Zukunft womöglich eine sogenannte „Spitzenglättung“.

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          Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat am Freitag mit Wirtschaftsvertretern über mögliche Engpässe im Stromnetz beim Hochlauf der Elektromobilität beraten. Ein von Altmaier zurückgezogener Gesetzentwurf seines Hauses sah unter dem Begriff „Spitzenglättung“ vorübergehende Leistungsverringerungen vor, falls ansonsten eine Überlastung des Stromnetzes droht. Die Autoindustrie hatte dies vehement kritisiert.

          Altmaier sprach laut einer Mitteilung des Ministeriums von einem sachlichen und umfassenden Austausch. Dieser müsse weiter vertieft und fortgesetzt werden. In den kommenden Jahren werde die Zahl der Elektroautos und Wärmepumpen weiter steigen. Millionen von neuen Erzeugern und Verbrauchern müssten in das Energiesystem integriert werden. Dabei müsse die Stabilität der Netze gewährleistet sein.

          Die Chefin des Energieverbandes BDEW, Kerstin Andreae, erklärte, aus Sicht der Netzbetreiber müssten drei Dinge sichergestellt werden: Private Ladestationen müssten schnell an das Netz angeschlossen werden können und E-Autofahrer müssten weiterhin sicher sein können, dass ihre Batterie immer genügend Strom laden könne. Die Netzbetreiber wollten die Netze bedarfsgerecht ausbauen. „Dafür brauchen sie das Instrument der Spitzenglättung. Das ist auch im Sinne der Stromkunden.“

          „Brauchen jetzt die richtigen Instrumente“

          Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte, bei dem Treffen sei es gelungen, das Fenster für einen vernünftigen und verbrauchernahen Kompromiss zu öffnen. Er könne besser als der bisherige Entwurf sicherstellen, dass die Elektromobilität eine Erfolgsgeschichte werde. Der Netzausbau sei die Grundvoraussetzung, um die Mobilität der Zukunft zu ermöglichen. „Deshalb muss der Netzausbau jetzt energisch voran gebracht werden. Abschaltungen darf es nur im absoluten Notfall geben.“

          Der Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen, Ingbert Liebing, sagte, ohne die Option, Lastspitzen bei einer zeitweiligen Überbeanspruchung des Netzes zu glätten, könne es in ein paar Jahren in einigen Netzgebieten zu erheblichen Verzögerungen beim Anschluss neuer Ladestationen kommen: „Wir brauchen jetzt die richtigen Instrumente für die Integration neuer, flexibler Verbrauchergruppen und für einen planbaren, verlässlichen und sicheren Netzbetrieb.“

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