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Künstliche Lebensmittel : Singapur ringt um die Nahrung der Zukunft

Moderne Start-ups laufen der klassischen Lebensmittelerzeugung zunehmend den Rang ab: Arbeiter ernten Salat auf einer Farm in Singapur. Bild: AFP

Der Stadtstaat fördert Gründer und Visionäre, um neue Lebensmittel zu erfinden. Mit großem Geschick kämpft das Land um einen gigantischen Markt.

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          Kelly Awyong hält ihrem Besucher einen kleinen, weißen Streifen Papier unter die Nase. Eine Duftwolke breitet sich aus: Sofort stellt sich der Hunger auf feinstes Nasigoreng ein, das indonesische Reisgericht. „Wir können hier dafür sorgen, dass jedem das Wasser im Mund zusammenläuft“, sagt Kelly. Die Geschmacks- und Geruchsentwicklerin versteht sich darauf, Lust aus Reagenz­gläsern zu generieren. Im neuen Labor des amerikanischen Nahrungsmittelriesen Archer Daniels Midland Company (ADM) in Singapur mischt sie nach, was bald in Asien auf den Tisch kommen soll. Für ADM ist das eine entscheidende Fähigkeit: Der Konzern will tiefer in den südostasiatischen Markt für Lebensmittel vordringen. Die aber müssen den Konsumenten auch über ihren Duft überzeugen.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Ganz und gar nicht zufällig haben die Amerikaner den reichen Kleinstaat Singapur als Sprungbrett gewählt. Derzeit zieht es Hersteller neuer Lebensmittel aus der ganzen Welt auf die Äquatorinsel. Schon fast 20 Firmen, die Fleischersatz entwickeln, sollen sich inzwischen im Stadtstaat niedergelassen haben. „Es ist kein Zufall, dass Singapur der erste Markt der Welt für künstlich erzeugtes Fleisch ist“, sagt Mirte Gosker vom gemeinnützigen Good Food Institute Asia-Pacific (GFI APAC). „Die Regierung hat die notwendigen Ressourcen investiert, um ein Ökosystem zu schaffen, das Lebensmittelinnovatoren geradezu einlädt.“

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