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Druck auf Energieriesen wächst : RWE-Aktionär fordert schnelleren Braunkohle-Ausstieg

Nicht nur Aktivisten, sondern auch Aktionäre fordern einen schnelleren Kohleausstieg von RWE. Bild: dpa

Der aktivistische Investor Enkraft geht den Energiekonzern RWE an: Der Vorstand setze sich „mit vorgeschobenen und nicht wirklich überzeugenden Argumenten für einen Verbleib der Kohleaktivitäten“ ein. RWE verteidigt seine Strategie.

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          Im Lichte der anstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, FDP und den Grünen erhöht der RWE-Aktionär Enkraft den Druck auf das Energieunternehmen RWE. „In Deutschland gibt es einen klaren politischen und gesellschaftlichen Konsens, dass der Braunkohleausstieg beschleunigt werden muss. Der Vorstand der RWE scheint der Dynamik immer noch hinterher zu hängen“, sagte Benedikt Kormaier, Geschäftsführer von Enkraft Capital  der F.A.Z.

          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Insbesondere RWE sei jetzt am Zug, Vorschläge zu machen, wie man das Ziel eines möglichst schnellen Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung realisieren könne. RWE-Chef Markus Krebber hat bei diesem Thema bisher mehr Tempo abgelehnt.

          Im September war bekannt geworden, dass Enkraft mit mehr als 500.000 Aktien bei RWE eingestiegen war. Das entspricht einem Anteil von weniger als 1 Prozent. Der Investor fordert eine schnellere Abtrennung des Braunkohlegeschäfts, um sich stärker auf die erneuerbaren Energien fokussieren zu können. „Wie jedem Investor haben wir ihnen angeboten, ein Gespräch über die Geschäftsstrategie zu führen“, hatte es in einer ersten Reaktion von RWE zu Enkraft geheißen.

          Der Investor schlägt eine Lösung vor

          Enkraft ist nicht der erste Investor, der mehr Elan beim Umbau des Konzerns fordert. So hat der norwegische Staatsfonds sein Engagement bei RWE schon vor einiger Zeit beendet, weil die Kohleverstromung nicht zu seinen ökologischen Kriterien passt.

          In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Börsen-Zeitung sagte RWE-Finanzvorstand Michael Müller: „Deutschland hat gesetzlich festgelegt, aus Kohle auszusteigen. Durch den Verkauf unserer Braunkohleaktivitäten an einen anderen Betreiber käme man diesem Ziel nicht einen Schritt näher.“ Entscheidend für die Transformation von RWE sei vielmehr das Tempo, mit dem das Erneuerbare-Portfolio ausgebaut werde.

          Aus Unternehmenssicht und Wertgesichtspunkten ergebe ein schneller Ausstieg viel Sinn, so Enkraft-Chef Kormaier. Eine rein auf erneuerbare Energien fokussierte RWE werde deutlich höher bewertet werden als das Unternehmen in der jetzigen Struktur. „Der Vorstand scheint sich momentan noch mit vorgeschobenen und nicht wirklich überzeugenden Argumenten für einen Verbleib der Kohleaktivitäten bei RWE einzusetzen.“

          Der Investor hätte auch eine Lösung parat: „Am Ende könnten Bund und Länder direkt oder über eine Stiftung die Kontrolle über die Restaktivitäten und die Renaturierungen übernehmen, und damit Versorgung sichern aber auch den Fahrplan der Einstellung der Kohleverstromung kontrollieren.“

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