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Pro-Atom-Demo in Itzehoe : Kernenergie? Ja, bitte!

Kernkraftfreunde auf einer „Fridays for Future“-Demonstration im vergangenen Herbst in München Bild: dpa

Jetzt gehen nicht mehr die Gegner der Atomkraft auf die Straße, sondern ihre Verfechter: Am Samstag wollen Freunde der Kernkraft durch Schleswig-Holstein ziehen. Mit dabei: Klimaschützer, Technikfreaks – und vielleicht die AfD.

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          Brokdorf hat kaum 1000 Einwohner. Aber unter Atomkraftgegnern genießt das Dorf an der Elbe einen Ruf wie Donnerhall. Denn gegen den Bau des Atomkraftwerks dort gingen an einem eisigen Februartag 1981 mehr als 50.000 Leute auf die Straße, die Veranstalter sprachen von bis zu 100.000. Wer dabei war, erzählt davon bis heute mit Begeisterung. Es war die größte Demonstration, die es bis dahin in der Bundesrepublik gegeben hatte – und noch dazu eine, die nicht genehmigt war. Eine geballte Ladung zivilen Ungehorsams. Den Bau des Kraftwerks verhinderten die Demonstranten damit zwar nicht, es ging fünf Jahre später ans Netz. Aber im Nachhinein haben sie sich auf ganzer Linie durchgesetzt.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schon bald erklärte das Bundesverfassungsgericht das Versammlungsverbot für ungültig, das der zuständige Landrat in Itzehoe damals verfügt hatte. Und nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima im März 2011 beschloss Deutschland den Ausstieg aus der Atomkraft. Heute sind nur noch sechs Kraftwerke in Betrieb. Ihre Tage sind gezählt. In Brokdorf soll spätestens am 31. Dezember 2021 Schluss sein.

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