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Norwegen gegen Klimawandel : Ein Endlager für Kohlendioxid

Still ruht der Fjord. Aber in den Tiefen unter dem Meeresboden hat Norwegen Großes vor. Bild: Christophe Boisvieux/Laif

Die deutsche Industrie muss Millionen Tonnen Kohlendioxid loswerden, um ihre Klimaziele zu erreichen. Immer her damit, sagen die Norweger.

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          Hoch im Norden, weit draußen in der Nordsee und tief unter dem Meeresboden, soll die Lösung für eine der kniffligsten Aufgaben im Kampf gegen die Erderwärmung entstehen. Wohin mit all dem Kohlendioxid aus der Industrie, das sich nicht so einfach vermeiden lässt wie im Verkehr, wo der Umstieg aufs mit Grünstrom betriebene Elektroauto genügt? Der Treibhausgas-Ausstoß von Papier-, Chemie- und Zementherstellern wird selbst dann noch riesig sein, wenn sie eines Tages auf Öl und Kohle als Energieträger komplett verzichten – einfach weil so viel CO2 im Produktionsprozess selbst freigesetzt wird.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Diese Nuss wollen die Energiekonzerne Shell aus den Niederlanden, der französische Konzern Total und Equinor aus Norwegen gemeinsam knacken, kräftig unterstützt von der norwegischen Regierung, indem sie eine Art Endlager für Kohlendioxid unter dem Meeresboden erschließen. Nicht etwa nur für die einheimische Industrie, sondern ausdrücklich auch für Kundschaft aus dem Ausland. In gigantischen Mengen soll das Treibhausgas an den Schloten auf dem Festland abgefangen, mit Tankschiffen abtransportiert und dann auf Nimmerwiedersehen ins Gestein mehr als 2000 Meter unter der Nordsee gepresst werden, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt und dort sein Unwesen treibt. Schon 2024 soll’s losgehen.

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