Shell-Urteil :
Warum Richter keine Klimapolitik machen sollten

Marcus Theurer
Ein Kommentar von Marcus Theurer
Lesezeit: 3 Min.
Freude in Den Haag: Die Kläger, unter anderem Milieudefensie-Chef Donald Pols, freuen sich über das Urteil der Richter.
Ein niederländisches Gericht verpflichtet Ölkonzern Shell, seine Emissionen fast zu halbieren. Dass das Klima geschützt werden soll, ist zwar richtig – aber wer hat die Richter dazu legitimiert, Klimapolitik zu machen?

Diese Gerichtsentscheidung ist wirklich ein Hammer: Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell soll in wenigen Jahren seinen Verkauf von Öl- und Erdgasprodukten um fast die Hälfte reduzieren. Das ist die Folge eines Urteils aus den Niederlanden. Das Bezirksgericht von Den Haag verlangt, dass Shell seine globalen Emissionen an klimaschädlichem Kohlendioxid bis zum Jahr 2030 um 45 Prozent gegenüber 2019 reduziert. Wohlgemerkt: Darin einbezogen sind auch diejenigen Emissionen, die beim Verbrauch aller Öl- und Gasprodukte entstehen, die der Konzern irgendwo auf der Welt vertreibt. Sie machen den weitaus größten Teil des Klima-Fußabdrucks der Geschäftsaktivitäten von Shell aus.

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