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Mathis Wackernagel, Präsident des Global Footprint Network Bild: Global Footprint Network

Ökologischer Fußabdruck : „Wir verbrauchen zu viel – das ist wirklich nicht schwer zu begreifen“

  • -Aktualisiert am

Klimawandel, knappe Ressourcen, fossile Wirtschaft – wie blickt Mathis Wackernagel, Mit-Erfinder des „Ökologischen Fußabdrucks“, auf die Widersprüche unserer Lebensweise?

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          Es kann gerade nicht einfach sein für einen wie ihn. Mathis Wackernagel ist gelernter Ingenieur, „mathematisch verdrahtet“, wie er sagt. Und es gibt eine Frage, die ihn nicht loslässt: Wie kann alle Welt ignorieren, was sich so eindeutig berechnen lässt: Wir verbrauchen auf der Erde mehr Ressourcen, als wir es uns leisten können. Das erste Mal stellte er sie sich mit 10 Jahren, während der Ölkrise 1973. Sein Vater hatte ihm das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ gegeben, den berühmten Bericht des Club of Rome. So erzählt es Wackernagel im Videogespräch. „Ich war damals lesefaul, aber die computergenerierten Kurven und Grafiken haben mich fasziniert.“ Deren Botschaft lautete: Wenn sich an der Ausbeutung der Rohstoffe und der Umweltverschmutzung nichts ändert, ist das Ende des wirtschaftlichen Wachstums klar abzusehen.

          Eine Botschaft, die ihm damals sofort einleuchtete, wie Wackernagel erzählt. Er verstand, was die Entscheider in Wirtschaft und Politik nicht verstehen wollten, zumindest habe er das so gedacht. Und die Situation sei wirklich nicht schwer zu begreifen gewesen. „Es war schockierend, als junger Mensch zu merken: Hier geht etwas nicht auf, warum wird das von Erwachsenen nicht erkannt? Und wieso gehen die das nicht an?“ – eine naive Frage, das gesteht Wackernagel ein. Aber er findet: „Naivität ist etwas Wunderbares, wir brauchen mehr davon.“

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