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Klima und Wirtschaft : Wollen Sie eine Ökodiktatur, Frau Göpel?

  • -Aktualisiert am

Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen Bild: dpa

Die Umweltaktivistin und Regierungsberaterin Maja Göpel kämpft gegen Überflussgesellschaft und Klimawandel. Sie streitet mit Redakteur Georg Meck über ihre Vorstellung von Ökonomie.

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          Frau Göpel, geht die Welt bald unter?

          Die Welt bleibt bestehen, sie wird nur sehr anders aussehen, wenn wir unser Verhalten nicht fundamental ändern. Eines vorneweg: Ich bin keine Naturwissenschaftlerin, sondern Gesellschaftswissenschaftlerin. Aber durch das interdisziplinäre Arbeiten kenne ich natürlich die Beobachtungen und Modellierungen und nehme die sehr ernst. Und die Folgen des Klimawandels sehen wir doch schon jetzt, angefangen mit der Bodentrockenheit.

          Können wir uns darauf einigen: Der Klimawandel ist ein ernstes Problem, Hysterie führt aber zu nichts.

          Dieses Framing mit der Hysterie nehme ich nicht an, weil es allen, die für Klimaschutz eintreten, Irrationalität unterstellt. Klar, wir werden nicht aussterben in den nächsten 150 Jahren, aber die Lebensbedingungen verschlechtern sich rasant. Die Frage ist, wie viele Menschen dann wie überleben und leben. Klimapolitik ist für mich eine starke ethische und soziale Frage: Was nehmen wir jetzt für uns heraus, wofür die armen Menschen in anderen Regionen und die nächsten Generationen die Konsequenzen tragen müssen? Das Wissen, um zu handeln, ist ausreichend da, da können wir uns nicht mehr drücken mit Argumenten, „der Markt“ oder „die Leute“ stünden dagegen.

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