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Christoph Schäfer, Ressortleiter Wirtschaft und Finanzen FAZ.NET

Neue Heizkostenverordnung : Abzocke beim Ablesen

Wer genau misst, kann Energie sparen - und trotzdem draufzahlen. Bild: dpa

Die neue Heizkostenverordnung ist sinnvoll. Der Deutsche Mieterbund befürchtet aber sehr zurecht, dass die Verbraucher bald mehr zahlen müssen, als sie an Energiekosten sparen.

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          Der Bundesrat hat der neuen Heizkostenverordnung mit einer minimalen Änderung zugestimmt. Künftig müssen neu installierte Heizkostenzähler aus der Ferne ablesbar sein, bestehende Geräte müssen bis Ende 2026 nachgerüstet oder ersetzt werden. Das Vorhaben war unausweichlich, denn Deutschland setzt damit lediglich eine EU-Vorgabe um. Es ist aber auch sinnvoll: Das jährliche Drama, dass man stundenlang auf den Ableser wartet oder aber er vor verschlossenen Türen steht, wird damit enden.

          Zeitnahe Messdaten sind zudem wichtig, damit die Energiewende gelingen kann. Ein funktionierendes digitales Heizungsmonitoring kann in vielen Fällen auch Energie sparen. Die Hersteller versprechen 10 bis 20 Prozent und mehr. Hoffentlich behalten sie damit recht.

          Extrem ärgerlich aber bleiben die unnötig hohen Kosten: Wer beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet ganz konkret 102 Euro im Jahr für die Miete des Wärmezählers, der Wasseruhr und der Funk-Schnittstelle zahlt, der wird abgezockt. Für das eigentliche Ablesen werden zusätzliche 44 Euro im Jahr fällig.

          Ein wesentliches Problem dabei ist, dass die Heizkostenableser ihre Preise mit dem Vermieter oder Verwalter aushandeln, die keinen wirklichen Anreiz haben, energisch um den Preis zu kämpfen, weil sie die Kosten fast immer auf die Mieter abwälzen können. Der Deutsche Mieterbund befürchtet sehr zurecht, dass die Verbraucher bald mehr zahlen müssen, als sie an Energiekosten sparen.

          Christoph Schäfer
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Finanzen Online.

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