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Britische Energiewende : Raus aus der Kohle – weiter mit Atomkraft

Animation des Erweiterungsbaus von Hinkley Point C: Das Großkraftwerk in Somerset soll einmal 7 Prozent des britischen Strombedarfs decken. Bild: AFP

In Großbritannien sind die CO2-Emissionen gegenüber 1990 stärker gesunken als in Deutschland. Dennoch zahlen die Briten für ihre Energiewende einen viel geringeren Preis als die Deutschen. Davon lässt sich manches lernen.

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          Großbritannien, das Mutterland der Industriellen Revolution, verabschiedet sich von der Kohle – schneller als die meisten anderen großen Industrieländer. Die öffentliche Elektrizitätserzeugung, begonnen 1892 mit dem Holborn Viaduct in London, dem ersten Kohlekraftwerk der Welt, beruhte lange fast vollständig auf dem fossilen Rohstoff. Nun haben die Briten eine Vollbremsung gemacht. Der Anteil der Kohlekraftwerke, die vor zehn Jahren noch 40 Prozent des Stroms produzierten, ist auf 1,8 Prozent gefallen.

          Das letzte Kohlekraftwerk soll 2024 für immer abgeschaltet werden, hat die Regierung Johnson nun be­schlossen. Von den Industrieländern verzichten bislang nur kleinere wie Belgien, Schweden oder Österreich ganz auf Kohle. Frankreich erzeugt fast zwei Drittel seines Stroms mit Atomkraft und benötigt keine Kohlekraftwerke mehr; Deutschland wird laut dem Kohlekompromiss bis 2038 aussteigen. Andererseits bauen China, Indien und Indonesien Hunderte neue Kohlekraftwerke. Von einem generellen globalen Ausstieg aus der Kohle kann bislang keine Rede sein kann.

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