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Agrarwende : Die Landwirtschaft braucht einen Minimalkonsens

  • -Aktualisiert am

Ein Landwirt grubbert seinen bereits abgeernteten Acker. Bild: dpa

Wann immer es in der Vergangenheit konkret wurde mit der Neuausrichtung der Landwirtschaft, erlosch der Veränderungswille bei allen Beteiligten schnell. Ein Anfang ist nun gemacht – mehr aber auch nicht.

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          Sachlich, konstruktiv und kompromissbereit: So beschreiben Mitglieder der Zukunftskommission Landwirtschaft die Atmosphäre nach der ersten Sitzung des Gremiums am Montag. Gemessen daran, wie emotional und teils auch beleidigend die Debatte über die Agrarpolitik seit Monaten in den sozialen Netzwerken und auch während Demonstrationen geführt wird, ist das schon ein Erfolg.

          Und doch bleiben Zweifel, was diese Kommission – eine weitere in einer langen Liste – erreichen kann. Wann immer es in der Vergangenheit konkret wurde, erlosch der Veränderungswille schnell.

          Das gilt für die Landwirte, die zwar einerseits die Umwelt besser schützen wollen, zugleich aber die strengere Düngeverordnung ablehnen. Für die Verbraucher, die zwar mehr Tierwohl fordern, aber im Supermarkt nicht mehr dafür bezahlen wollen. Und es gilt auch für die Naturschützer, die am liebsten sämtliche Agrarsubventionen an Umweltauflagen koppeln würden, wohl wissend, wie unrealistisch das ist.

          Wie aus den vielen Maximalforderungen ein Minimalkonsens werden kann, werden die nächsten Monate zeigen. Ein Anfang ist gemacht – mehr aber auch nicht.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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