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Preissturz an der Strombörse : Irrsinn made in Germany

Wenn viel Wind weht und die Sonne scheint, gibt es in Deutschland oft mehr Strom als benötigt wird. Bild: dpa

Es waren politische Entscheidungen, mit dem EEG ein mehr plan- als marktwirtschaftliches Fördersystem zu schaffen. Die Folgen zeigen sich jetzt einmal mehr.

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          Wenn der Metzger Wurst verschenkt und sie erst mit ein paar Extrascheiben obendrauf loswird, kann irgendetwas nicht stimmen. Doch auf dem deutschen Strommarkt ist solcher Irrsinn gang und gäbe. Hier gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage nur bedingt. Mal weht der Wind, mal weht er nicht, was per se nicht schlecht ist, außer wenn Ökostromerzeuger unbegrenzt einspeisen dürfen und sich um den Rest nicht scheren müssen.

          Es waren politische Entscheidungen, mit dem EEG ein mehr plan- als marktwirtschaftliches Fördersystem zu schaffen, das Stromerzeugung jenseits von Preisen und Kosten ermöglicht hat. Dass es Erneuerbare auch für weniger Geld gegeben hätte, ist bekannt. Dass die amtierende Bundesregierung nicht den Eindruck vermittelt, aus Fehlern zu lernen, leider auch.

          Noch immer sind die Rahmenbedingungen dürftig, damit Überschussstrom mit „Power-to-X“ umgewandelt und gespeichert wird. Noch immer bleibt offen, ob die hohe Steuer- und Abgabenlast auch mal sinkt. Und noch immer sind Zweifel an der künftigen Versorgungssicherheit nicht ausgeräumt.

          Nur eines wird in dieser Krise wieder deutlich: Die Kosten steigen.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

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