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Debatte um CO2-Grenzausgleich : Kommt jetzt der Klimazoll?

Hier wird auch CO2 ausgestoßen: ein Kohlekraftwerk in Tongling, China. Bild: Bloomberg

Oft kaufen Europäer Produkte, die im Ausland klimaschädlich hergestellt wurden. Das soll sich ändern.

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          Klimaschutz ist auch deshalb so kompliziert, weil man nicht allein das Klima in Deutschland schützen kann, sondern immer gleich an die ganze Welt denken muss. Der Atmosphäre ist es egal, wo Treibhausgase ausgestoßen werden. Aber viele Verbraucher scheren sich nicht darum, ob ihr neues Smartphone in China hergestellt worden ist. Und für ihr Auto würden sie auch Stahl aus Indien nehmen. Hauptsache, es wird eine ordentliche Knautschzone draus.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch bei der Stahlherstellung wird sehr viel Kohlendioxid freigesetzt. Müssten Stahlwerke für ihren Ausstoß ebenso viel zahlen wie andere Firmen in der EU, dann gäbe es in Europa bald kaum noch welche. Europa wäre die Arbeitsplätze los, der Stahl käme aus dem Ausland – und der CO2-Ausstoß wäre eher größer als bisher, weil der Stahl dann auch noch weiter transportiert werden müsste. „Carbon Leakage“, heißt das im Fachjargon der Klimaschützer, übersetzt: „Kohlenstoff-Lecks“. Deshalb bekommen Branchen wie die Stahl- und Zementindustrie kostenlos CO2-Zertifikate zugeteilt. Sie müssen also für einen Teil ihrer Emissionen nichts an den Staat zahlen. Mit dieser Lösung, dass ausgerechnet die klimaschädlichsten Unternehmen milder behandelt werden, ist verständlicherweise aber auch niemand so richtig zufrieden.

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