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Brisante Endlagersuche : Schon vier Jahrzehnte verschenkt

Die Auswahl von Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager hat die deutsche Politik nicht richtig begründet. Bild: Daniel Rosenthal/laif

In Skandinavien ist die Endlagerfrage geklärt, in Deutschland wird weiter gestritten. Dass die EU die Atomkraft jetzt als nachhaltig einstuft, macht alles noch schwieriger.

  • -Aktualisiert am
          7 Min.

          Am Ende dieses Jahres sollen die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, das hat die frühere Bundesregierung nach dem Reaktorunfall von Fukushima 2011 binnen weniger Monate beschlossen. Das Atomzeitalter ist damit aber noch längst nicht vorbei. Die Brennstäbe aus den Reaktoren werden noch Hunderttausende von Jahren radioaktiv strahlen. Wo dieser Müll so lange eingelagert werden soll? Darüber wird in Deutschland seit fast einem halben Jahrhundert gestritten. Und es wird nach aller Voraussicht noch weitere drei Jahrzehnte dauern, bis ein Endlager in Betrieb geht – wenn überhaupt.

          Umso mehr lässt eine Nachricht aus Schweden aufhorchen. Dort hat die Regierung soeben beschlossen: Das nationale Atommüll-Endlager soll in Östhammar entstehen, einer Gemeinde mit rund 20.000 Einwohnern an der Ostseeküste, in zehn Jahren könnten die ersten Brennstäbe dort eingelagert werden. Noch einen Schritt weiter ist Finnland. Auf der Halbinsel Olkiluoto im Südwesten des Landes sind die Bauarbeiten für das Endlager sogar schon weit fortgeschritten, es soll 2024 in Betrieb genommen werden. Von ein paar geheimnisumwitterten Anlagen in der früheren Sowjetunion abgesehen wird es das erste Atommüllendlager auf der Welt sein. Anders als in Deutschland sollen in Schweden und Finnland die Atomkraftwerke noch einige Jahrzehnte am Netz bleiben. Doch die brisante Endlagerfrage ist dort bereits geklärt.

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