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Weltnaturerbe : Australien verhindert Herabstufung des Great Barrier Reef

Ein Tauchlehrer führt die Naturschönheit am Great Barrier Reef vor der australischen Küste vor. Bild: AFP

Nach gewaltigen Anstrengungen Canberras hat die UNESCO die Entscheidung auf Februar 2022 vertagt. Das einzigartige Riff ist zwar auf dem Prüfstand, aber Regierung und Lobbyisten waren zunächst einmal erfolgreich.

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          In allerletzter Sekunde ist es Australien noch gelungen, die Imagekatastrophe für das Great Barrier Reef abzuwenden. Nach enormen Anstrengungen der Lobbyisten und Politiker Australiens hat das Welterbekomitee der UNESCO das Great Barrier Reef vor der Küste des Fünften Kontinents vorerst nicht als „gefährdetes“ Welterbe eingestuft.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Australien befürchtete bei einer anderen Entscheidung noch mehr Druck gegen seine Klima- und Kohlepolitik zu verspüren und nach der Corona-Pandemie das Milliardengeschäft mit den Touristen am Riff einzubüßen. Umweltministerin Sussan Ley hatte erklärt, die Empfehlung, das Riff als „gefährdet“ auszuweisen, sei von Peking getrieben und politisch motiviert. Die Wissenschaftlichen Berater der Unesco hatten zuvor empfohlen, dass Naturwunder herabzustufen.

          Im Vorfeld der Entscheidung hatte Canberra China vorgeworfen, die wachsenden Spannungen zwischen beiden Ländern zu nutzen, um das Riff herabzustufen. Peking hatte sich mit deutlichen Worten davor verwahrt. Auf der 44. Sitzung des Gremiums der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation in diesen Tagen in der chinesischen Stadt Fuzhou konnten die Australier dann aber doch wie schon vor sechs Jahren in Bonn die Mehrheit der 21 Mitgliedsländer auf ihre Seite bringen.

          Australien kommt mit der Vorlage eines weiteren Berichts davon

          Australien soll nun einmal mehr einen Bericht über den Zustand und die Erhaltung des Great Barrier Reef vorlegen, bevor das Komitee bei einer nächsten Sitzung im Februar wieder über einen Eintrag in die rufschädigende Rote Liste beraten wird. Korallenbleichen und die Pest der Dornenkronen-Seesterne setzen dem Riff sehr zu.

          Die Landwirtschaft entlang der Ostküste verschlimmert die Lage des mehr als 340.000 Quadratkilometer großen Riffs noch. Seit der Ernennung zum Weltkulturerbe im Jahr 1981 hat es über die Hälfte seiner Korallenbestände verloren. Wissenschaftler sehen die Erwärmung der Meere als Hauptursache.

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