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Klimapolitik : Ausgerechnet Australien

Nummer eins: Australien ist der größte Kohleexporteur der Welt. Bild: WHITEHAVEN COAL LTD

Das Land Down Under gilt als einer der größten Klimasünder der Erde. Trotzdem könnte Australien einer der wichtigsten Partner Deutschlands für eine kohlendioxidneutrale Gesellschaft werden – mit einem heiß begehrten Rohstoff.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Australien hat in der internationalen Klimapolitik keinen guten Ruf. Die Bundesregierung in Canberra interessiert das Thema nicht, Ministerpräsident Scott Morrison schwänzte den New Yorker UN-Klimagipfel im September, obwohl er zu der Zeit in Amerika unterwegs war. Die Treibhausgasemissionen der 25 Millionen Australier fallen nicht, sie steigen. Je Kopf gerechnet, sind sie mit 17 Tonnen noch größer als die der Amerikaner und doppelt so hoch wie die der Deutschen. Und das ist nur die halbe Wahrheit. Als größter Kohleexporteur und zweitgrößter Flüssiggasexporteur der Welt trägt Australien dazu bei, die Treibhausgasemissionen auch andernorts in die Höhe zu treiben. Doch jetzt soll einer der größten Klimasünder der Erde helfen, die deutsche Energiewende zum Erfolg und Deutschland bis 2050 CO2-neutral zu machen. Ausgerechnet Australien?

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Bei näherem Hinsehen hat das Land mehr Energie zu bieten als nur Kohle, Flüssiggas (LNG) und Uran. Sonne und Wind hat es im Überfluss. Allein die intensive, verlässliche Sonneneinstrahlung auf dem fünften Kontinent reiche aus, „um die ganze Erde mit Strom zu versorgen“, sagt Professor Douglas MacFarlane von der Monash-Universität in Melbourne. Hinzu kommen die vielen tausend Kilometer Küstenlinie mit ihren ertragreichen Windkraftstandorten. Fallende Preise für Windräder und Solarmodule lassen erwarten, dass sie wirtschaftlich bald der Kohle Paroli bieten.

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