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„Windbürgergeld“ : Unsinnig und unoriginell

Die Windkraft steckt in Deutschland in einer Ausbaukrise. Bild: dpa

Der SPD-Vorschlag zum „Windbürgergeld“ ist eine Verzweiflungstat. Klug wäre es, die Interessen der Windbranche nicht einseitig zu bedienen.

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          Der Ausbau der Windkraft liegt am Boden und die SPD versucht es mit einer Verzweiflungstat: Damit der Widerstand gegen neue Projekte ein Ende hat, sollen Bürger und Kommunen finanziell entschädigt werden. Der Vorstoß ist so unsinnig wie unoriginell. Der schleppende Ausbau hat viele Gründe, vom verzwickten Planungsrecht bis zu den Nachwehen missratener Bürgerwindprojekte, die nie realisiert wurden. Doch dürfte es nun wieder aufwärts gehen, die letzte Ausschreibungsrunde der Netzagentur macht Mut – und dürften 300 Meter hohe Anlagen bald keine Seltenheit mehr sein.

          Eben deshalb müsste man ein hübsches Sümmchen springen lassen, damit Bürger von ihrem Widerstand ablassen – Geld, das nicht vom Himmel fällt. Zwar gehört der an Schwarz-Rot gerichtete Vorwurf der Untätigkeit in gewissen Kreisen längst zur Debatte wie die weißen Riesen zum brandenburgischen Acker.

          Auch ist die Branche verständlicherweise enttäuscht vom Kompromiss, den Streit zwischen Anwohnern und Projektieren mit einem großzügigen Mindestabstand zu entschärfen und dem „Zugpferd der Energiewende“ wieder auf die Sprünge zu helfen. Klug wäre es aber, nicht einseitig Interessen zu bedienen. Und noch klüger wäre es, auf mehrere Zugpferde zu setzen.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

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