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Atommüll-Endlager : Neue Kritik am Aus für Gorleben

  • Aktualisiert am

Symbolische Atommüllfässer stehen unweit vom ehemaligen Erkundungsbergwerk Gorleben im Wald. 90 Gebiete in Deutschland haben nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Bild: dpa

Erst vor kurzem hieß es in einem Zwischenbericht der zuständigen Bundesgesellschaft, dass der Salzstock Gorleben als Atommüll-Endlager ausscheidet. Daran wird nun abermals Kritik laut.

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          Das Aus für den Salzstock Gorleben bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager hat abermals eine politische Debatte ausgelöst. Der Präsident des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base), Wolfram König, hatte der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, dass Gorleben schon im ersten Schritt rausgefallen sei, noch vor einer Beteiligung der Öffentlichkeit, halte er für problematisch.

          Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl sagte dazu am Donnerstag: „Ich hoffe nicht, dass der Präsident des BASE das Verfahren nicht verstanden hat, für das er die Aufsicht trägt. Die Endlagersuche folgt wissenschaftlichen Kriterien und nicht der Leitlinie „Was belastet und was entlastet das Verfahren““.

          Nach der Anwendung erster geologischer Abwägungskriterien habe sich der Salzstock Gorleben als schlechter geeignet als andere erwiesen und sei korrekterweise aus der weiteren Standortsuche ausgeschlossen, so Kotting-Uhl. „Ich bin sehr froh, dass wir eine Bundesgesellschaft für die Endlagersuche haben, die nach den im Gesetz vereinbarten wissenschaftlichen Kriterien vorgeht und sich nicht von der Frage leiten lässt, ob eine Entscheidung bequem oder unbequem wird.“

          Die Entscheidung müsse genauer er- und geklärt werden

          Ende September hatte die Bundesgesellschaft für Endlagerung in einem Zwischenbericht mitgeteilt, dass große Teile Deutschlands für ein Atomendlager nach geologischen Kriterien grundsätzlich geeignet sind – der lange heftig umkämpfte Salzstock Gorleben aber ist nicht darunter. Als Grund wurden geologische Mängel genannt.

          König sagte der Zeitung: „Meine Sorge ist, dass diese Entscheidung das weitere Verfahren nicht erleichtert, sondern belastet.“ Zwar sei für ihn nicht überraschend, dass Gorleben in einem vergleichenden Verfahren keine Chance habe. „Dass Gorleben aber schon im ersten Schritt rausgefallen ist, noch vor einer Beteiligung der Öffentlichkeit, halte ich für problematisch“, sagte König. „Wir erleben jetzt, dass mit dem frühen Ausscheiden Gorlebens versucht wird, Zweifel am Verfahren zu nähren, an seiner Wissenschaftlichkeit.“

          Die FDP-Bundesabgeordnete Judith Skudelny sagte, König habe Recht. „Auch die FDP verwundert, dass Gorleben als der am besten erkundete Standort für ein Endlager schon in der ersten Prüfphase rausfliegt.“ Diese Entscheidung müsse genauer er- und geklärt werden.

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