Streit um Atomenergie :
„Kernkraft ist quicklebendig und wächst“

Lesezeit: 5 Min.
Sieht den Verweis auf Fukushima nicht als valides Argument gegen die Atomkraft: Rafael Grossi
Der Chef der Weltatombehörde IAEO, Rafael Grossi, spricht im Interview über die Unverzichtbarkeit der Technik für den Klimaschutz, den schlechten Ruf der Atomkraft und Deutschlands eigentümliche Sonderrolle.
Herr Grossi, viele sagen, auf der Weltklimakonferenz hier in Glasgow gehe es um nicht weniger als um den Erhalt der Erde. Bedroht Kernkraft den Planeten, oder hilft sie bei seiner Rettung?

Kernkraft ist keine Bedrohung, sondern Teil der Lösung, um das Klima zu retten. Fast ein Drittel des sauberen Stroms auf der Welt stammt aus kohlendioxidneutralen Atomreaktoren. In Europa nutzt die Hälfte der Länder Kernenergie, einige Nationen wollen sie sogar verstärkt einsetzen. Und in den aufstrebenden Staaten des Südens ist das auch der Fall. Dass Atomkraft ein Problem sei, ist ein hartnäckiges Narrativ. Aber ich sehe klare Zeichen, dass das angesichts der Dringlichkeit der Klimadiskussion hinterfragt wird, übrigens auch in Deutschland. Das ist auch richtig so, denn ohne Kernkraft wäre es fast unmöglich, zur Dekarbonisierung zu gelangen.

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