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Umstrittenes Kohle-Projekt : Siemens sitzt zwischen allen Stühlen

Klimaaktivisten der Fridays for Future demonstrieren in Hamburg gegen Siemens. Bild: dpa

Während die australische Regierung massiv Druck ausübt und die moralische Karte zieht, schwärzen Umweltschützer den Münchener Konzern bei den Vereinten Nationen an. Dabei geht längst um viel mehr als nur eine Mine.

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          Siemens stürzt immer tiefer in den australischen Klimakonflikt. Die australischen Grünen kündigten an, vor den Vereinten Nationen gegen die Münchener vorgehen zu wollen. Zuvor hatte die Regierung in Canberra enormen Druck auf den deutschen Konzern ausgeübt, seinen Vertrag mit dem indischen Adani-Konzern zum Ausbau einer der größten Kohlegruben der Welt zu erfüllen. „Es wäre ein Anschlag auf die arbeitenden Menschen Australiens und den wachsenden Bedarf Indiens, sich dem Druck der Anti-Adani-Demonstranten zu beugen“, schrieb Matthew Canavan, Australiens Bodenschatzminister, an Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der Minister lässt keinen Zweifel an der Zukunft der Kohle in Australien: „Ich fordere Sie dazu auf, dem Druck der Aktivisten nicht nachzugeben, die Sie dazu brächten, die Stimmen von Millionen von Australiern und Indern zu ignorieren, die dieses und viele weitere solche Projekte unterstützen.“ Schon in diesen Zeilen schimmert durch, dass Adanis Mine im Bundesstaat Queensland letztlich nur ein Türöffner sein soll für weitere Kohleförderer: Das riesige Vorkommen liegt im Galilee-Becken, das rund 250.000 Quadratkilometer – das Sechsfache der Niederlande – misst. Dort sind sechs weitere riesige Kohlegruben geplant. Der Bodenschatzrat von Queensland (QRC) hat schon erklärt, alle Adani folgenden Projekte würden „es viel einfacher“ haben.

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