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„Zukunft der Mobilität“ : Elektroautos schaffen Klimaziele nicht alleine

  • -Aktualisiert am

Wie hälst du’s mit der Mobilität? Die Nationale Plattform „Mobilität der Zukunft“ legt nahe, nicht nur auf beliebte Batterieautos wie den Volkswagen GTE zu setzen, sondern auch an strombasierte Kraftstoffe zu denken. Bild: Francois Klein

Überall reden Hersteller und Kundschaft über Elektroautos – dabei bergen strombasierte Kraftstoffe ein weitaus höheres Potential. Die Nationale Plattform „Zukunft der Mobilität“ plädiert deswegen nun für Technologieoffenheit.

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          Die von der Bundesregierung eingerichtete Nationale Plattform „Zukunft der Mobilität“ setzt sich in einem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht für eine technologieoffene Förderung alternativer Antriebe und Kraftstoffe ein. Forschung und Innovation sollten künftig nicht nur für batterieelektrische Fahrzeuge, sondern auch für Pkw und Lkw mit Wasserstoffantrieb sowie für strombasierte Kraftstoffe gewährt werden. Hintergrund ist das CO2-Minderungsziel, das die Bundesregierung für den Verkehrssektor gesetzt hat.

          Bis 2030 soll der jährliche CO2-Ausstoß aus dem Verkehrssektor um mindestens 40 Prozent sinken, das entspricht einer Verringerung um 65 Millionen Tonnen. Allein über Elektroauto ist das nicht zu erreichen, so die von Barbara Lenz, einer Verkehrsexpertin des Deutschen Instituts für Luft und Raumfahrt, geleiteten Arbeitsgruppe. Denn selbst wenn – wie zu einem früheren Zeitpunkt von der Plattform bereits empfohlen – zu Beginn des kommenden Jahrzehnts 10,5 Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sind, sinkt der CO2-Ausstoß der Gesamtflotte nur um 25,6 Millionen Tonnen. Allerdings, so mahnen die Experten, gelte auch dieser Wert nur, wenn die Produktion der Fahrzeuge und vor allem der Akkus CO2-neutral erfolge. Überwiegend elektrisch sollen zudem 66.000 Lkw mit Stromabnehmern über die Autobahnen rollen, was einer CO2-Einsparung von 3,9 Millionen Tonnen entspräche.

          Strombasierte Kraftstoffe haben höheres Potential

          Die Lücke schließen soll eine ganze Reihe unterschiedlicher Antriebe und Energieträger. Was das Potential der mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle betrifft, gingen die Meinungen in der Plattform weit auseinander. Man einigte sich schließlich auf die Annahme, dass bis 2030 im Bestfall 350.000 größere Pkw und 100.000 Nutzfahrzeuge mit dieser Technik auf der Straße sind und dadurch 2,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen, sofern nur grüner Wasserstoff getankt wird. Einen deutlich höheren Effekt könnten den Experten zufolge strombasierte Kraftstoffe erbringen, nämlich 16,9 Millionen Tonnen im Jahr. Sie werden in Verbrennungsmotoren genutzt und könnten sogar dem aus Rohöl gewonnenen Diesel oder Benzin zugemischt werden.

          Allerdings existieren derzeit kaum Produktionsanlagen für diese Kraftstoffe. Zudem geht die Rechnung nur auf, wenn die für die Kraftstoffherstellung eingesetzte Energie auf zusätzlichen Solar- oder Windkraftanlagen produziert wird. Dem Bericht zufolge müsste dafür die Windkraftkapazität um 5.200 Megawatt ausgebaut werden. Auch Biokraftstoffe aus nachhaltiger Herstellung spielen in dem Konzept der Plattform weiterhin eine Rolle: Selbst wenn man die über Beimischung heute bereits erzielte CO2-Minderung abzieht, so soll sich ein Potential von zusätzlich 14,3 Millionen Tonnen erschließen, sofern die von der EU erlaubten Quoten überschritten werden dürfen.

          Im Optimalfall könnten Antriebe und alternative Kraftstoffe für Pkw und Lkw 63 Millionen Tonnen CO2-Einsparung bringen – die fehlenden zwei Tonnen müssten dann andere Verkehrsträger wie Bahnen, Flugzeuge und Schiffe bringen – oder ein anderes Mobilitätsverhalten. Als nächstes wollen die beiden wichtigsten Arbeitsgruppen der nationalen Plattform nun einen gemeinsamen Technologie-Fahrplan erarbeiten.

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