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Wegen Corona : Klimaschutz in weiter Ferne

Offshore-Windräder können in windigen Regionen mittlerweile rentabel betrieben werden – wenn die Investitionen denn aufgebracht werden. Bild: AFP

Kohle, Öl und Gas sind billig, weil sie noch in Unmengen unter der Erde lagern. Die Corona-Krise dürfte daran nichts ändern – im Gegenteil.

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          Es könnte doch so einfach sein: Nähmen die großen Industriegesellschaften den Stillstand wegen der Corona-Pandemie zum Anlass, endlich den Schwenk zu einer kohlenstoffarmen Lebens- und Wirtschaftsweise zu vollziehen, die Krise würde zum Wendepunkt der Klimapolitik. Warum, so muss man fragen, soll nach Corona alles wieder so werden wie vorher? Ist nicht mehr als genug Öl gefördert worden, wie der Preisverfall der vergangenen Tage gezeigt hat, und ließe sich der krisenbedingte Einbruch der CO2-Emissionen in diesem Jahr nicht verstetigen, wenn man einfach nur wollte?

          Die Stimmungslage in der Klimapolitik ist leider eine andere. Eine zutiefst betrübliche, könnte man meinen angesichts der Tatsache, dass der globale Ausstoß von Treibhausgasen zuletzt in manchen Jahren stärker gewachsen ist, als die Bundesrepublik – immerhin die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt – insgesamt im Jahr emittiert. Die Kapazität von Chinas Kohlekraftwerken übersteigt die der deutschen mittlerweile um den Faktor 25. Und die Chancen, dass sich an all dem etwas ändert, stehen wegen der Krise noch schlechter als ohnehin.

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