https://www.faz.net/-gqe-9zbut

Europäische Energiewende : Osteuropas schmerzlicher Abschied von der Kohle

Die „schlimmste einzelne Emissionsquelle in Europa“: Das Kraftwerk in der Nähe der kosovarischen Hauptstadt Prishtina ist berühmt-berüchtigt. Bild: EPA

In Südosteuropa sichert Kohle die Stromversorgung. Das ließe sich ändern, denn der Ausstieg ist allerorts machbar. Billig wäre das allerdings nicht.

          3 Min.

          Im Windschatten der Corona-Krise schreitet der Kohleausstieg in Europa voran. Mitte April hat der Energiekonzern Verbund das letzte österreichische Kohlekraftwerk Mellach endgültig stillgelegt, wenige Tage später folgte in Stockholm das Kohlekraftwerk Värtaverket – vorzeitig wegen des milden Winters, wie der Betreiber Exergie AB wissen ließ. Damit sind nun neun EU-Länder kohlefrei, wie die Klimaaktivisten von „Europe Beyond Coal“ nachgerechnet haben: Belgien, Österreich, Luxemburg und Schweden, das Baltikum, Malta sowie Zypern. Frankreich, die Slowakei, Portugal, Großbritannien, Irland und Italien haben sich den Ausstieg bis Mitte des Jahrzehnts vorgenommen. Andere brauchen länger, wenn auch nicht alle so lange wie Deutschland, das erst im Jahr 2038 die Kohlenutzung beenden will.

          Andreas Mihm
          (ami.), Wirtschaft

          In der EU war der Anteil von Kohle im Strommix schon in Vor-Corona-Zeiten von 2012 bis 2019 um gut ein Drittel gesunken, allerdings ging das vor allem auf das Konto der West- und Zentraleuropäer. Länder im Osten und Südosten halten sich zurück. Fünf EU-Länder haben denn auch bisher keinen Ausstiegspfad skizziert: Polen, Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien. Statistiken belegen, dass in Bulgarien der Kohlestromanteil Anfang des Jahres 2019 sogar noch stieg.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der Spezial-Keller in Bamberg, lange bevor das Coronavirus die Tische leerte.

          Öffnung der Gastronomie : Endlich wieder in den Biergarten

          Nach sechs Monaten Lockdown dürfen viele Restaurants zumindest ihre Terrassen wieder öffnen. Die Betreiber freuen sich – sie sind aber auch überfordert.
          An der Goldküste des Zürichsees entwickeln sich die Dinge gern etwas weniger dynamisch.

          Helvetische Stille : Wer rüttelt endlich die Schweiz wach?

          Kann Wohlstand eine Bürde sein? Die Hoffnung vieler linker Schweizer Ex-Aktivisten wurde durch ein Millionen-Erbe zunichtegemacht. Wahrscheinlich ist deshalb kein Funken Aufruhr in Sicht. Nur Veränderung von außen kann helfen.
          Ugur Sahin und Özlem Türeci haben das Mainzer Unternehmen Biontech gegründet.

          Impfstoff-Patente : Was ist mit dem Schutz für die Lebensretter?

          Mit Leichtigkeit werden diejenigen ignoriert, die in der Pandemie den größten Beitrag leisten. Es gibt viele Gründe, die eine noch rasantere Produktion der Vakzine verhindern.