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Einwegplastik : Mein Müll – euer Problem

  • -Aktualisiert am

Überfüllte Mülleimer am Mainufer in Frankfurt. Bild: Helmut Fricke

Kein Einwegplastik mehr? Von wegen. In vielen Städten türmt sich wegen Corona der Müll. Und in Tübingen steht sogar die To-go-Steuer wieder auf der Kippe.

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          Ob auf dem Frankfurter Opernplatz, am Münchner Isarufer oder im Berliner Mauerpark – überall zeigt sich dieser Tage das gleiche Bild. Styroporschachteln und Plastikbecher, wohin das Auge schaut, dazwischen nicht selten benutzte Masken: Auch wenn Hygiene in Corona-Zeiten eigentlich großgeschrieben wird, trifft das auf die Städte so gar nicht zu. Weil Restaurants und Cafés immer noch weniger Gäste bewirten dürfen, als sie könnten, verlagern viele Menschen ihre Treffen mit Freunden kurzerhand auf öffentliche Plätze und in Parks. Kaum hat die Stadtreinigung das Schlimmste beseitigt, liegt schon der nächste Müll da. Das Ende des Plastiks? Muss vorerst warten.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Realität in deutschen Städten ist das eine Ende, die Mühlen der Politik sind das andere: Am Mittwoch brachte das Kabinett das lange geplante Verbot von Einwegplastik auf den Weg. Die Bundesregierung setzt damit eine 2018 beschlossene EU-Richtlinie um, die Einmalbesteck, Strohhalme, Wattestäbchen sowie Styroporbehälter für Essen und Getränke aus dem Alltag verbannen soll. Von Juli 2021 an soll es eine Ordnungswidrigkeit sein, solche Produkte in Umlauf zu bringen. „Wenn die weltweite Vermüllung so weitergeht, haben wir 2050 mehr Plastik als Fisch in unseren Weltmeeren“, mahnte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Wie die Verordnung, die noch durch Bundestag und Bundesrat muss, zum coronabedingten Plastikboom passt, sagte sie nicht.

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