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Gastbeitrag : Illusionen behindern die Verkehrswende

  • -Aktualisiert am

Verkehr am Kurfüstendamm in Berlin Bild: Karsten Thielker

Ohne Umverteilung des öffentlichen Raums wird es nichts mit neuer Mobilität. Und an grüner Energie und einer lenkenden Pkw-Maut fehlt es auch. Dahinter steht ein tieferes politisches Versagen. Ein Gastbeitrag.

          10 Min.

          Seit mehr als 50 Jahren appellieren Verkehrspolitiker an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, mehr Rad zu fahren und den öffentlichen Verkehr zu nutzen, um den Autoverkehr zu reduzieren. Vergeblich, das entspannte Neben- und Miteinander der Verkehrsarten stellt sich nicht ein. Der Autoverkehr beherrscht den öffentlichen Raum. Ging es früher um Lärm, Gifte im Abgas und um Verkehrsopfer, dominiert heute die Reduktion von Kohlendioxid (CO2), um Klimaziele zu erreichen – nicht irgendwann, sondern rechtzeitig.

          Plötzlich gibt es Zeitdruck, eine Verkehrswende zu vollziehen, die garantiert wirkt: Eine Mobilitätswende soll den Autoverkehr reduzieren, eine Energiewende die Autoflotte elektrifizieren. Für eine Mobilitätswende wurde ein starker Ausbau des öffentlichen Verkehrs auf den Weg gebracht, für eine Energiewende wurden Anreize gesetzt, von Benzin- oder Diesel-Pkw auf Elektroautos umzusteigen. Wird das rechtzeitig gelingen? Wird ausreichend grüner Strom verfügbar sein, um die vielen Akkus der Elektroautos zu laden, obwohl bis 2038 noch nicht einmal der Kohlestrom ersetzt sein wird?

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