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Umfrage unter 2000 Bürgern : Die Deutschen vertrauen mehr in Technik

Auch wenn Skepsis bleibt, vertrauen mehr Deutsche auf technische Neuerungen. Bild: Patrick Junker

Um große Herausforderungen wie Hunger, Armut oder den Klimawandel zu bewältigen, setzen und hoffen immer mehr Menschen auf technischen Fortschritt. Skepsis bleibt dennoch.

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          Das Grundvertrauen der Deutschen in die Technik hat sich merklich erhöht. War vor zwei Jahren nicht einmal jeder Zehnte voll und ganz der Meinung, dass sich Gegenwartsprobleme wie Hunger, Armut und Klimawandel mit Technik lösen lassen, glaubt mittlerweile jeder Siebte daran. Weitere ungefähr 31 Prozent sind von der Problemlösungsfähigkeit der Technik tendenziell überzeugt – auch dies mehr als zuletzt (23,5 Prozent).

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das geht aus einer aufwendigen Befragung hervor, die die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) zusammen mit der gemeinnützigen Körber-Stiftung alle zwei Jahre durchführt. Knapp 2000 Deutsche haben diesmal daran teilgenommen, die Fachleute haben die Ergebnisse ihrer Gespräche in einer 92 Seiten langen Analyse veröffentlicht.

          Auch andere Ergebnisse aus der Umfrage lassen auf eine größere Aufgeschlossenheit gegenüber technischen Neuerungen schließen. Demnach fühlen sich weniger Bürger vom technischen Fortschritt überrollt als in der vorangegangenen Befragung. „Die erste Ausgabe des TechnikRadar von 2018 hat gezeigt, dass die Deutschen dem technischen Wandel mehrheitlich aufgeschlossen gegenüberstehen. Diese Haltung hat sich zwei Jahre später sogar verstärkt“, schreiben Tatjana König, die der Körber-Stiftung vorsteht, und Acatech-Präsident Dieter Spath.

          Eine Erklärung könnte aus ihrer Sicht sein, dass die Digitalisierung von der Bevölkerung genauso wie von Politik und Wirtschaft schon als weitgehend durchgesetzter technischer Wandel mit nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten erlebt wird. Doch lässt sich ein nach wie vor gemischtes Stimmungsbild nicht bestreiten: Einerseits erhofft sich laut Umfrage fast die Hälfte der Deutschen eine Verbesserung der Lebensqualität durch technische Neuerungen. Umgekehrt fürchten indes weiterhin viele Deutsche, dass neue Probleme geschaffen werden – wenngleich diese Skepsis abgenommen hat von rund 35 auf 27 Prozent.  

          Zudem wird in der Umfrage ein starkes Umweltbewusstsein deutlich. Die Autoren sprechen von einer „umweltbewussten Grundhaltung“ der Deutschen mit Verweis darauf, dass sich sieben von zehn Befragten eine stärkere Vorreiterrolle der Deutschen beim Klimaschutz wünschen. Knapp 74 Prozent unterschreiben die Aussage, dass man der Umwelt zuliebe den Konsum einschränken müsse. Immerhin noch 57 Prozent wollen immer mehr fossile durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen. Ähnlich viele sind der Meinung, die Politik müsse für den Klimaschutz Maßnahmen ergreifen, unter denen die Wirtschaft leide.

          Harte Einschnitte in das private Leben genießen ansonsten aber nur wenig Rückhalt. Nur 22 Prozent der Teilnehmern meinen, der Staat solle zur Bekämpfung des Klimawandels die persönlichen Freiheitsrechte beschneiden. Auch höhere Steuern auf fossile Brennstoffe befürwortet gerade einmal ein knappes Drittel. Ähnliches gilt für eine Beschränkung des privaten Autoverkehrs, das ebenfalls nur ein Drittel der Befragten für richtig hält; etwa genauso viele lehnen dies ab. Gleichwohl bekennen sich 78 Prozent klar zum Industriestandort Deutschland.

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