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Aktivisten auf Tönnies-Werk : Söder will Agrarwende nach bayerischem Vorbild

  • Aktualisiert am

Wenn’s doch überall so schön wäre wie in Bayern. Bild: dpa

„Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus“ – so stellt sich Markus Söder die Zukunft der Landwirtschaft vor. Unterdessen besetzen Aktivisten einen Tönnies-Schlachthof.

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          Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert für Deutschland eine Agrarwende nach bayerischem Vorbild. Die Landwirte in Bayern legten großen Wert auf die Liebe zum Tier und auf die Qualität der Produkte. „Warum setzen wir nicht mehr in Deutschland auf die kleineren Betriebe und unterstützen sie, als die großen Agrarfabriken zu haben“, fragte Söder am Samstag in einer via Twitter verbreiteten Videobotschaft. „Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus – das könnte doch ein Weg sein für die Zukunft.“ Viele Bürger seien auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. „Es soll so sein, dass Fleisch nicht unendlich teuer wird, es soll für jeden erschwinglich sein.“

          „Mehr Geld für Agrar, aber für eine Wende hin zu mehr Agrar-Ökologie“, forderte Söder weiter. Die Landwirte müssten mehr Möglichkeiten bekommen, ihre Ställe und das Tierwohl zu organisieren und trotzdem wirtschaftlich zu bleiben. „Das ist unser bayerischer Weg, vielleicht kann es auch ein Weg in Deutschland sein.“

          Aktivisten besetzen Tönnies-Schlachthof

          Unterdessen haben Aktivisten am Standort Rheda-Wiedenbrück des Fleischverarbeiters Tönnies protestiert. Sie forderten ab dem frühen Samstagmorgen auf Plakaten etwa „Schluss mit der Ausbeutung von Mensch und Tier“, wie ein Polizeisprecher sagte. Alles verlaufe „bislang friedlich“. Die Aktivisten gehören dem Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ an.

          Aktivisten vom Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ haben die Einfahrt des Tönnies-Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück besetzt.

          Vier Aktivisten hätten auf dem Dach des Betriebes ein Plakat gezeigt, weitere Demonstranten hätten Zelte in der Einfahrt des Fleischbetriebs aufgebaut und diese blockiert, hieß es. Einige Protestierende hatten sich mit Fahrradschlössern zusammengekettet, berichtet die Deutsche Presseagentur. Die Polizei sprach von insgesamt etwa 25 Aktivisten.

          Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes. Die Teilnehmer entrollten nach eigenen Angaben ein Transparent mit der Aufschrift „Shut down Tierindustrie“ vom Dach des Werkes. Für 11.30 Uhr war außerdem eine Kundgebung vor dem Schlachthof angemeldet, wie es in einer Pressemitteilung des Bündnisses heißt.

          Neuinfektionen sinken

          In dem Tönnies-Standort hatte sich das Coronavirus so weit verbreitet, dass regional strenge Beschränkungen für die Bevölkerung der Kreise Gütersloh und Warendorf verhängt wurden. Die Fälle von Infektionen in Schlachtbetrieben warfen ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen und Werksverträge in der Branche.

          Nach Angaben der Stadt Rheda-Wiedenbrück waren bei einer Reihenuntersuchung unter den 6139 Betriebsangehörigen von Tönnies (Stand 21. Juni) mit 1413 etwa 23 Prozent positiv auf Corona getestet worden. Die Stadt spricht vom größten einzelnen Ausbruchsgeschehen in Deutschland.

          Inzwischen ist die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh aber wieder gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 66,5. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,6, am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies hatte der Wert 270,2 betragen. Als Grenzwert für das Ende des regionalen Lockdowns im Kreis gilt der Wert 50.

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