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Studie in Fachzeitschrift : So viel trägt der Luftverkehr zum Klimawandel bei

  • Aktualisiert am

Kondensstreifen und Flugzeug am Himmel Bild: dpa

Forscher haben errechnet, wie viel Tonnen CO2 die Luftfahrtbranche in den vergangenen Jahrzehnten ausgestoßen hat – und welchen Anteil sie am menschengemachten Klimawandel hat.

          2 Min.

          Der Anteil der globalen Luftfahrt am menschengemachten Klimawandel beträgt einer Studie zufolge 3,5 Prozent. Etwa 1,5 Prozent entfallen dabei auf die CO2-Emissionen, der Rest auf Nicht-CO2-Effekte, wie das an der Studie beteiligte Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Donnerstag mitteilte. Der bedeutendste Faktor dieser Nicht-CO2-Effekte seien Kondensstreifen und daraus resultierende sogenannte Kondensstreifen-Zirren, also Wolken.

          Frühere Berechnungen gaben den Anteil der Luftfahrt an der Erderwärmung mit mindestens fünf Prozent an. Die neue Studie wurde unter Leitung der Manchester Metropolitan University erstellt und in der Fachzeitschrift „Atmospheric Environment“ veröffentlicht. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Luftfahrtbranche weltweit in den Jahren von 1940 bis 2018 rund 32,6 Milliarden Tonnen CO2 ausstieß.

          Ungefähr die Hälfte des gesamten kumulativen CO2-Ausstoßes wurden demnach allein in den vergangenen 20 Jahren erzeugt. Dies sei vor allem auf die Ausweitung der Zahl der Flüge, der Routen und der Flottengrößen, insbesondere in Asien, zurückzuführen. Das Forschungsteam schätzt, dass die Zahl von 32,6 Milliarden Tonnen rund 1,5 Prozent der gesamten menschlichen CO2-Emissionen entspricht.

          Berücksichtigt wurden auch Emissionen von Wasserdampf

          Die Kohlendioxidemissionen stellen demnach den zweitgrößten Beitrag zur Klimawirkung des Luftverkehrs dar. Im Gegensatz zu den Auswirkungen der mit einigen Stunden vergleichbar kurzlebigen Kondensstreifen-Zirren halte die Wirkung von CO2 auf das Klima aber über viele Jahrhunderte an, betonte das DLR.

          „Kondensstreifen-Zirren reflektieren zum einen solare Strahlung in den Weltraum; das wirkt kühlend. Zum anderen verringern sie die Wärmeabstrahlung der Erde; das erwärmt das Klima“, erläuterte Robert Sausen vom DRL-Institut für Physik der Atmosphäre den Effekt. Im globalen Mittel dominiere der erwärmende Effekt.

          Die Forscher wandten bei ihren Untersuchungen erstmals ein neues metrisches System an, das gemäß den Vorgaben des Weltklimarats (IPCC) die Klimawirkung möglichst exakt abbilden soll. Berücksichtigt wurden auch Emissionen von Wasserdampf, Stickoxiden, Ruß und Sulfat-Partikeln, die sich in den Abgasfahnen von Flugzeugtriebwerken finden.

          Die erste Studie ihrer Art seit 2009

          Das DLR befasste sich zudem mit Methoden und Technologien, um künftig zu CO2-neutralen Luftfahrzeugen zu gelangen, etwa durch den Einsatz von Biotreibstoffen, Wasserstoff oder hybrid-elektrische Antriebe. Untersucht wurden auch mögliche Optimierungen von Flugrouten, um Emissionen oder die Bildung von Kondensstreifen zu vermindern.

          Die aktuelle Studie ist laut DLR die erste ihrer Art seit 2009. Damals war von einem Anteil des Luftverkehrs an der Klimaerwärmung von knapp fünf Prozent ausgegangen worden, wobei ebenfalls neben dem CO2-Ausstoß weitere Effekte berücksichtigt worden waren. 

          Eine Berechnung des International Council on Clean Transportation (ICCT) hatte 2019 den Anteil des Luftverkehrs am globalen CO2-Ausstoß mit 918 Millionen Tonnen oder 2,4 Prozent angegeben. 81 Prozent der Emissionen entfiel demnach auf den Passagierverkehr, 19 Prozent auf Luftfracht. Das Umweltbundesamt gab 2019 den Anteil des Luftverkehrs an der Erderwärmung mit insgesamt mindestens fünf Prozent an.

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