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Wertstoffe im Abfall : So viel Müll wird immer noch falsch entsorgt

  • Aktualisiert am

Restmülltonnen im Frankfurter Bahnhofsviertel Bild: Michael Braunschädel

Eine neue Studie des Umweltbundesamtes lässt tief blicken in den Hausmüll der Bundesrepublik. Zwar hat sich die Gesamtmenge reduziert. Doch immer noch landen zu viele recycelbare Stoffe in der falschen Tonne.

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          Die Deutschen entsorgen nur noch rund halb so viel Restmüll wie Mitte der achtziger Jahre: Im Jahr 2018 waren es 128 Kilogramm pro Einwohner und damit 46 Prozent weniger als im Jahr 1985, wie das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag bei der Vorstellung einer UBA-Studie mitteilten. Das heißt aber nicht, dass die Deutschen weniger Abfall produzieren – Wertstoffe wie Altpapier, Altglas und auch Plastik werden nun vermehrt getrennt gesammelt. Und immer noch landet zuviel Bioabfall und Wertstoffe in den Hausmülltonnen.

          Zum letzten Mal war zwischen den Jahren 1983 und 1985 untersucht worden, was und wie viel die damaligen Bürger der Bundesrepublik als Restmüll entsorgten. In der neuen UBA-Untersuchung von Siedlungsabfällen waren im Vergleich dazu bis zu 80 Prozent weniger Altpapier, Altglas, Metalle oder Kunststoffe in den untersuchten Mülltonnen zu finden. Das BMU verwies auf die verbesserte Mülltrennung. „Die Umweltpolitik hat in den vergangenen Jahrzehnten bei der Abfallverwertung einiges bewegt“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth.

          Trotzdem gebe es noch viel zu tun: „Immer noch landen wertvolle Rohstoffe in der Restmülltonne“, so Flasbarth weiter. Nur rund ein Drittel der im Restmüll gefundenen Abfälle gehörte der Studie zufolge auch dorthin. Mit rund 39 Prozent bestand demnach der größte Teil des Tonneninhalts aus Biomüll wie Küchen- und Gartenabfällen. Sogenannte trockene Wertstoffe, darunter beispielsweise auch Textilien, Holz und Elektroschrott, machten 27 Prozent aus.

          Mehr Mehrweg statt Einweg

          Schadstoffhaltige Lösemittel, Bauabfälle, Energiesparlampen und Altbatterien hatten den Angaben zufolge zwar nur einen Anteil von 0,5 Prozent am Restmüllinhalt. Jedoch kamen alte Batterien und Akkus „in über 60 Prozent der analysierten Abfallstichproben vor, obwohl sie verpflichtend getrennt gesammelt werden müssen“, kritisierten BMU und UBA. Insgesamt seien die Restmülltonnen in Städten nicht nur voller gewesen als in Vororten und auf dem Land, sondern hätten auch mehr fälschlich entsorgte Wertstoffe enthalten.

          „Mehr Mehrweg statt Einweg und klare Vorgaben für Einwegprodukte und -verpackungen, wie sie in der Einwegkunststoffrichtlinie vorgelegt werden, sind hier ein richtiger Weg“, sagte UBA-Präsident Dirk Messner. Gerade Bioabfall sei für den Restmüll „viel zu kostbar“, weil er vollständig recycelbar und ein Energieträger sei. „Unser Ziel ist eine echte Kreislaufwirtschaft, in der kaum noch Restmüll anfällt und die Rohstoffe wiederverwendet werden“, sagte Flasbarth.

          Ziel der Untersuchung war die detaillierte Bestimmung der noch im Hausmüll enthaltenen Mengen an Wertstoffen und Problem- und Schadstoffen sowie eine „Identifizierung möglicher Abhängigkeiten der Eintragsmengen von strukturellen und abfallwirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, wie es in der Studie heißt. 

          Auch die Gesamtmenge des Abfalls aus deutschen Haushalten ist übrigens zuletzt leicht gesunken: Im Jahr 2018 wurden bei den privaten Haushalten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 37,8 Millionen Tonnen Abfälle eingesammelt, 0,5 Millionen Tonnen weniger als im Jahr 2017. Das Pro-Kopf-Aufkommen an Haushaltsabfällen (Haus- beziehungsweise Restmüll, Bioabfälle, Wertstoffe sowie Sperrmüll) sank von 462 auf 455 Kilogramm.

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