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Verschärftes EU-Klimaziel : 13 Millionen E-Autos in Deutschland bis 2030?

Elektroautos am Potsdamer Platz in Berlin Bild: dpa

Die Erneuerbaren-Lobby rechnet vor, warum sich die Stromerzeugung aus Wind und Sonne innerhalb der nächsten zehn Jahre mehr als verdoppeln muss.

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          Ein verschärftes EU-Klimaziel hätte zur Folge, dass in Deutschland im Jahr 2030 so viel Ökostrom zur Verfügung stehen muss, wie derzeit jährlich insgesamt an Strom erzeugt wird.

          Niklas Záboji
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das sieht ein aktualisiertes Szenario vor, das der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) am Freitag vorgestellt hat. Unterstellt hat er darin, dass Deutschland sein CO2-Ziel für 2030 nachjustieren muss – von minus 55 auf minus 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990. Die Klimaschutzverhandlungen auf EU-Ebene laufen derzeit.

          Laut der Erneuerbaren-Lobby müsse der Bestand an Wärmepumpen von heute einer auf sieben Millionen steigen. Elektrofahrzeuge brauche es 13 Millionen (heute: 600.000). Der Strombedarf stiege dadurch und läge im Jahr 2030 mit 745 Terawattstunden ein Drittel höher als derzeit.

          Decken sollen diesen vor allem Windräder, deren installierte Leistung sich laut BEE verdoppeln müsse, und Photovoltaikanlagen, deren installierte Leistung sich gar vervierfachen müsse. Der Verband kommt so im Jahr 2030 auf 575 Terawattstunden Elektrizität aus erneuerbaren Energien. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es rund 250 Terawattstunden.

          Windräder würden künftig „größer und weniger“

          Noch größere Sprünge erwartet der BEE für den Endenergieverbrauch. Dieser meint die Versorgung in allen Sektoren abzüglich Umwandlungs- und Übertragungsverluste und ist derzeit nur zu 17 Prozent „grün“, wovon wiederum der größte Anteil auf die Bioenergie entfällt.

          Bis zum Jahr 2030 soll der Erneuerbaren-Anteil hochschnellen auf 44 Prozent. Das wären rund 1080 Terawattstunden. Decken Wind und Sonne den deutschen Endenergieverbrauch heute nur zu knapp 6 Prozent, stellt der BEE für das Jahr 2030 mehr als 20 Prozent in Aussicht. Auch für die Bioenergie, grüne Gase aus dem Ausland und Geothermie und Umweltwärme sei mit großen Zuwächsen zu rechnen.

          Die BEE-Präsidentin und frühere Grünen-Vorsitzende Simone Peter forderte die Bundesregierung auf, noch in dieser Legislatur die Weichen für den forcierten Erneuerbaren-Ausbau zu stellen. Matthias Zelinger vom Maschinenbauverband VDMA kritisierte die langen Genehmigungsverfahren für Windräder. „Wenn Sie auf einer völlig freien Fläche loslegen, dann dauert das fünf Jahre“, so Zelinger.

          Bei wasserstoffkompatiblen Gaskraftwerken dauere es noch länger. Zelinger unterstrich in dem Zusammenhang, dass es für Dunkelflauten auch künftig einen steuerbaren Kraftwerkspark brauche. Windräder wiederum würden künftig „größer und weniger“ werden, sagte BEE-Präsidentin Peter. Gefragt danach, was das bedeutet, teilte ihr Verband mit, dass an Land rund 15.000 Windräder mit einer durchschnittlichen Leistung von 1,5 Megawatt ab- und rund 14.000 Anlagen mit durchschnittlich 4,5 Megawatt Leistung zugebaut würden.

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