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Michael Kretschmer : Sachsens Ministerpräsident hält Wiedereinstieg in Atomkraft für denkbar

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer Bild: dpa

Diese Frage stehe in zehn bis 15 Jahren an, meint Kretschmer – je nachdem, „ob die Energiewende klappt, die Kosten im Rahmen bleiben“ und die Versorgung gesichert sei. In jedem Fall müsse Deutschland „technologieoffen“ bleiben und „Kompetenz behalten“.

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          Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hält einen Wiedereinstieg Deutschlands in die Atomkraft für denkbar. „Ob das nötig ist, wird davon abhängen, ob die Energiewende klappt, ob die Kosten im Rahmen bleiben und die Versorgungssicherheit gewährleistet ist“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „Es ist eine Frage, die in zehn oder 15 Jahren ansteht.“

          Damit die Bürger und Politiker aber frei entscheiden könnten, dürfe sich Deutschland nicht komplett aus dem Thema herausziehen. „Kernforschung muss weiter betrieben und gefördert werden. Wir müssen technologieoffen bleiben. Das heißt nicht, dass wir gleich neue Kraftwerke bauen. Aber wir müssen die Kompetenz dafür behalten.“ Derzeit gebe es für die Atomenergie in der deutschen Gesellschaft keine Mehrheit, sagte Kretschmer. Es sei aber richtig, die Frage immer wieder neu zu diskutieren. „Immerhin hätte man mit Atomenergie weniger CO2-Emissionen.“

          Bereits im vergangenen Jahr wies Kretschmer In einem Gespräch mit der F.A.Z.darauf hin, dass die Menschen in den betroffenen Regionen skeptisch seien, ob es gelingen könne, zügig aus Atom und Kohle auszusteigen „ohne in eine neue Gaswirtschaft einzusteigen“. Sie zweifelten daran, ob die Politik ihre Versprechen für den Strukturwandel überhaupt halten könne, darunter 40 Milliarden Euro Strukturhilfen für die Braunkohlereviere.

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