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Kunststoff-Kreislauf : Der große Plastik-Irrsinn

Wohin mit dem ganzen Plastikmüll? In Deutschland weiß man bald nichts mehr damit anzufangen. Bild: Carlos Bafile

Der Staat erzieht uns zum Recycling – dabei behindert er die Wiederverwendung von Kunststoff mit rigiden Vorschriften. Schon jetzt weiß in Deutschland keiner so recht etwas mit dem vielen Plastikmüll anzufangen, der hier eingesammelt wird.

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          Die Tube ist eine kleine Sensation. Angeblich sogar eine Weltneuheit. Und sie kommt vom Grünen Punkt, genauer gesagt: von der Firma dahinter, dem Dualen System Deutschland (DSD). Gemeinsam mit dem japanischen Chemie- und Kosmetik-Konzern Kao und dem deutschen Verpackungsunternehmen Linhardt ist es dem DSD gelungen, eine Tube für Haarpflegeprodukte aus recycelten Verpackungen zu entwickeln, wie sie sich gemeinhin in der gelben Tonne finden. Zu fast 100 Prozent stammt diese Tube aus dem Verpackungsmüll der Endverbraucher, der zu sogenanntem Sekundärkunststoff verarbeitet wird.

          Inge Kloepfer

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Wer sich jetzt wundert, was an so einer Tube besonders neu sein soll, der hat das deutsche Kreislaufsystem für Verpackungsplastik nicht durchschaut. Der Kreislauf, von dem immer wieder die Rede ist, soll aus alten Verpackungen neue machen. Dafür bezahlen die Verbraucher seit Jahren viel Geld. Aber geschlossen ist der Kreis keineswegs, zumindest nicht bei den Plastikverpackungen, die die Verbraucher in die gelbe Tonne werfen.

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