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Reaktor Fessenheim : Atomausstieg auf Französisch

Fessenheim: Das französische Kernkraftwerk an der Grenze zu Deutschland stammt aus den siebziger Jahren. Bild: Helmut Fricke

Frankreich schließt den ersten Reaktor von Fessenheim. Die Region fragt sich, woher neue wirtschaftliche Impulse kommen sollen. Deutschland könnte helfen.

          5 Min.

          Die Broschüren mit den Notfallplänen am Eingang des Bürgermeisteramtes von Fessenheim sind bald überflüssig. Wann die Anwohner im Fall eines Nuklearunfalls Jodtabletten einnehmen sollen (wenn es der Präfekt anordnet), dass man nicht die Kinder von der Schule abholen darf (niemand soll auf die Straße gehen) und dass man möglichst wenig telefonieren soll (um das Netz nicht zu blockieren) – das Einmaleins der Nuklearsicherheit für Anwohner verliert an Bedeutung. Ein stillgelegtes Kraftwerk ist nicht mehr der gleiche Gefahrenherd, auch wenn es seine Radioaktivität lange behalten wird.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Am 22. Februar betreten der staatliche französische Stromversorger EdF und ganz Frankreich Neuland: Dann fährt der staatliche französische Stromproduzent EdF in seinem ältesten Kernkraftwerk den ersten von zwei Reaktoren herunter, am 30. Juni folgt der zweite. Nach jahrzehntelangem deutsch-französischen Streit um das Kraftwerk, nach unzähligen Demonstrationen und auch nach vielen Milliarden produzierter Kilowattstunden Strom wird die seit 1977 betriebene Anlage dann nie mehr Atomkerne spalten. Es ist das erste Kernkraftwerk mit Druckwasserreaktoren, jener Technikgeneration aus den siebziger Jahren, die EdF nun erstmals abschaltet. Wenn der Atom-Teilausstieg Frankreichs auch nur zaghaft ist – Frankreich betreibt 56 Reaktoren im Lande weiter –, so ist Fessenheim das Symbol für den Wandel.

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