https://www.faz.net/-gqe-a2u9e

Pro-Atom-Demo in Itzehoe : Kernenergie? Ja, bitte!

Kernkraftfreunde auf einer „Fridays for Future“-Demonstration im vergangenen Herbst in München Bild: dpa

Jetzt gehen nicht mehr die Gegner der Atomkraft auf die Straße, sondern ihre Verfechter: Am Samstag wollen Freunde der Kernkraft durch Schleswig-Holstein ziehen. Mit dabei: Klimaschützer, Technikfreaks – und vielleicht die AfD.

          6 Min.

          Brokdorf hat kaum 1000 Einwohner. Aber unter Atomkraftgegnern genießt das Dorf an der Elbe einen Ruf wie Donnerhall. Denn gegen den Bau des Atomkraftwerks dort gingen an einem eisigen Februartag 1981 mehr als 50.000 Leute auf die Straße, die Veranstalter sprachen von bis zu 100.000. Wer dabei war, erzählt davon bis heute mit Begeisterung. Es war die größte Demonstration, die es bis dahin in der Bundesrepublik gegeben hatte – und noch dazu eine, die nicht genehmigt war. Eine geballte Ladung zivilen Ungehorsams. Den Bau des Kraftwerks verhinderten die Demonstranten damit zwar nicht, es ging fünf Jahre später ans Netz. Aber im Nachhinein haben sie sich auf ganzer Linie durchgesetzt.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schon bald erklärte das Bundesverfassungsgericht das Versammlungsverbot für ungültig, das der zuständige Landrat in Itzehoe damals verfügt hatte. Und nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima im März 2011 beschloss Deutschland den Ausstieg aus der Atomkraft. Heute sind nur noch sechs Kraftwerke in Betrieb. Ihre Tage sind gezählt. In Brokdorf soll spätestens am 31. Dezember 2021 Schluss sein.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Am Rande der Demonstration der Initiative „Querdenken“ in Konstanz am 4. Oktober.

          Corona-Politik : Die Aerosole der Freiheitsapostel

          Corona fordert den Gemeinsinn heraus. Das funktioniert erstaunlich gut. Gefährdet wird dieser Erfolg aber durch einen falschen Begriff von Freiheit.
          Rama X. am Freitag in Bangkok

          Thailands Phantom : Das verborgene Leben von König Rama X. in Bayern

          Der thailändische König hält sich gern und oft in Bayern auf. In Garmisch steigt er im Grand Hotel ab, am Starnberger See besitzt er eine Villa. Gelegentlich wird er beim Fahrradfahren beobachtet. Doch so richtig nahe kommt man Rama X. trotzdem nicht.
          Passanten mit Mund- und Nasenschutz in Berlins Tauentzienstraße

          Auf Cluster schauen : Zeit für einen Strategiewechsel gegen Corona?

          Viele Gesundheitsämter sind immer noch darauf konzentriert, Einzelkontakte nachzuverfolgen. Die Verbandschefin der Ärzte im Öffentlichen Dienst will einen anderen Weg gehen und Infektionscluster in den Blick nehmen.