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Forscher rechnen vor : „Die Ära der subventionsfreien Offshore-Windräder hat begonnen“

Die Kosten für neue Offshore-Windparks sind zuletzt rapide gesunken. Bild: obs

Windräder zu See dürften schon bald ohne Staatshilfe am Markt bestehen können – schreibt ein achtköpfiges Forscherteam in einer renommierten Fachzeitschrift.

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          Das Geschäft mit Windrädern auf See blüht, dürfte in Zukunft weiter wachsen – und ist in den reifen Märkten Westeuropas nahezu selbsttragend. Zu diesem Ergebnis kommt eine achtköpfige Forschergruppe verschiedener Disziplinen in einem Aufsatz in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Energy“, der an diesem Montagabend veröffentlicht wurde. Die Autoren stammen aus jenen fünf Ländern, die rund 80 Prozent der global installierten Offshore-Kapazität auf sich vereinen: Dies sind Deutschland, Belgien, Großbritannien, die Niederlande und Dänemark.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Untersucht haben die Autoren sämtliche Auktionsergebnisse für Offshore-Windparks in diesen fünf „reifen Märkten“ im Zeitraum von 2005 bis 2019. Nachdem es früher von Land zu Land unterschiedliche Förderungen gegeben hat, ähnelt sich das Prozedere zwischen Planung und Inbetriebnahme mittlerweile: Projektierer entwickeln neue Anlagen und bieten in Auktionen um staatlich garantierte Fördersätze, in Deutschland seit 2017.

          Der Zuschlag geht dabei an jene Projektierer, die am wenigsten fordern; so sollen die Förderkosten in die Nähe der realen Kosten rücken und die Subventionen schrittweise sinken. Sofern die Projektierer nicht zugleich Betreiber sind, erwerben anschließend Investoren die fertigentwickelten Projekte und gehen die Windparks mit auf zwölf (Dänemark) bis 20 (Deutschland) Jahre festgeschriebener Vergütung ans Netz.

          „Eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte“

          Zur Vergleichbarkeit haben die Forscher die durchschnittlichen Einnahmen je erzeugter Megawattstunde über eine Lebensdauer von 25 Jahren errechnet, den Weiterbetrieb nach Förderende also eingeschlossen – mit dem Ergebnis, dass „die Ära der subventionsfreien Offshore-Windräder“ in allen „reifen Märkten“ nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, nachdem erste Projekte in Deutschland und den Niederlanden schon ganz ohne Subventionen entwickelt worden sind.

          Auf Grundlage der jüngsten Auktionsgebote dürfte es schon in drei, vier Jahren so weit sein, heißt es in dem Papier. Schließlich seien die Gebotswerte in den vergangenen Jahren stetig und deutlich stärker als erwartet gesunken, zwischen 2015 und 2019 um mehr als 10 Prozent im Jahr.

          Mittlerweile tendierten sie in Richtung von 50 Euro je Megawattstunde und somit in den Gestehungsbereich von fossilen Kraftwerken. Mit anderen Worten: Vorbei sei die Zeit, in der Offshore-Windräder ohne Subventionen nicht gegen Kohle-, Gas- und Atomstrom wirtschaftlich betrieben werden konnten.

          „Dies macht die Stromerzeugung über Offshore-Wind zu einer wettbewerbsfähigen Option und ist eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte für eine relativ junge Branche“, lautet das Resümee der Forscher, zu denen neben dem Physiker Iain Staffell vom Imperial College in London der Energieökonom Felix Müsgens von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gehört.

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