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Klimawandel : Dürfen wir noch streamen?

Ein kleiner Schritt für die Menschheit: Mit jedem gestreamten Video vergrößert sich unser ökologischer Fußabdruck. Bild: DEEPOL by plainpicture/Donald Ia

Jedes Video, das wir online ansehen, schadet dem Klima. Denn die Datenströme verbrauchen große Mengen an Energie. Ist eine Staffel „Game of Thrones“ also so schlimm wie ein Inlandsflug?

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          Wer auf dem Smartphone einem Hund dabei zusieht, wie er zu lautem Hip-Hop mit dem Kopf nickt, denkt sich nichts Böses. Doch bis das Video läuft, wird viel Energie verbraucht. Über Netzwerke, Kabel und Mobilfunk werden die Daten, die in großen Serverzentren lagern, an die Endgeräte geschickt, und alle beteiligten Geräte, Sendevorrichtungen und Speicher brauchen Strom, dessen Produktion wiederum Ressourcen verbraucht und fast immer CO2 freisetzt. Katzenvideos und lustige Videoclips von Hunden sind also mitverantwortlich für die Erderwärmung. Muss man sich fürs Streaming also gleichermaßen schämen wie für einen unnötigen Flug?

          Streaming-Scham ist im Kommen. Wer über Smartphone, Tablet oder Laptop Filme schaut, verhalte sich nicht „grüner“ als Autofahrer oder Flugreisende, lautet der Vorwurf der Mahnenden. Denn mit jedem abgespielten Video wächst unser ökologischer Fußabdruck. Befeuert wird die Debatte durch Berechnungen von verschiedenen Wissenschaftlern, die eine Google-Abfrage in Glühbirnen-Brenndauer umrechnen oder erklären, dass eine Staffel „Game of Thrones“ genauso große Mengen des Klimagases CO2 verursache wie ein Inlandsflug.

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