https://www.faz.net/-gqe-9vdsq

Klimawandel : Im Panamakanal wird das Wasser knapp

  • -Aktualisiert am

Der Panamakanal bei Colon Bild: AFP

Eine neue Zusatzgebühr soll Maßnahmen zur Sicherung der Wasserversorgung einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt finanzieren. Auslöser ist der Klimawandel.

          2 Min.

          Im Panamakanal wird das Wasser knapp. Schuld ist nach Angaben der Kanalverwaltung der Klimawandel, der die zur Wasserspeisung des Kanals notwendigen Süßwasserreserven der mittelamerikanischen Landenge austrockne. Der Kanalbetreiber will deshalb ab Mitte Februar eine Zusatzgebühr für jede Kanaldurchfahrt erheben, um Maßnahmen für eine nachhaltige Sicherung der Wasserversorgung dieser vor allem für den Seeverkehr zwischen den Vereinigten Staaten, China und Japan bedeutenden Verbindung von Atlantik und Pazifik zu finanzieren.

          Das vergangene Jahr sei in dem Wassereinzugsgebiet des Kanals eines der regenärmsten der letzten 70 Jahre gewesen, berichtet die Kanalverwaltung. Die Regenfälle seien rund 20 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt geblieben. Der Kanalverwaltung zufolge steigt zudem die Temperatur des Gatún-Sees, der als Hauptzufluss den Panamakanal speist. Im vergangenen Jahrzehnt sei die Temperatur um 1,5 Grad Celsius gestiegen. Dies habe zu erheblichen Wasserverlusten durch Verdunstung geführt. „Der Klimawandel ist am Panamakanal hinreichend bewiesen“, sagte der Chef der Kanalverwaltung Ricaurte Vásquez.

          Aufgrund der Höhenunterschiede müssen die Schiffe bei bei jeder Durchfahrt drei Schleusensysteme durchlaufen. Bei jeder Schleusung muss Süßwasser zugeführt werden. Von den 5,25 Milliarden Kubikmetern Süßwasser, die der Kanal für einen nachhaltigen Betrieb benötigt, stünden nur noch rund drei Milliarden zur Verfügung. Man prüfe daher Möglichkeiten, andere Wasserquellen in dem Einzugsgebiet zu erschließen, etwa unterirdische Quellen, den Bau von Kläranlagen und Reservoirs oder Anlagen zur Entsalzung von Meerwasser.

          Um Geld für künftige Investitionen einzutreiben, sollen Schiffe von mehr als 125 Fuß (rund 38 Meter) Länge ab dem 15. Februar einen zusätzlichen Festbetrag von 10.000 Dollar (knapp 9000 Euro) für die Durchfahrt bezahlen. Darüberhinaus wird eine variable Zusatzabgabe fällig, deren Höhe vom jeweiligen Wasserstand des Sees abhängen soll. Die Durchfahrt kostet bisher im Durchschnitt 188.000 Dollar, besonders große Schiffe müssen mehr als eine Million zahlen.

          Panama hatte vor zwanzig Jahren die Hoheit über den 1914 eröffneten und lange von den Vereinigten Staaten kontrollierten Kanal erhalten. Vor vier Jahren war eine Erweiterung des Kanals abgeschlossen worden. Seither können auch große Tanker und Frachter mit bis zu 14.000 Containern den Kanal passieren. Jedes Jahr durchqueren etwa 14.000 Schiffe den Panamakanal, rund fünf Prozent des Welthandels werden durch ihn abgewickelt. Im vergangenen Jahr sank der Anteil allerdings auf 3,5 Prozent, weil sich die Handelsströme von Amerika nach Europa und Asien verlagern. Die Erhöhung der Gebühren könnte die Reeder dazu veranlassen, alternative Transportwege zu suchen.

          Weitere Themen

          Der Visionär verdient endlich Geld

          Sebastian Thrun : Der Visionär verdient endlich Geld

          Sebastian Thrun ist Pionier des selbstfahrenden Autos und Gründer mehrerer Unternehmen. Jetzt verdient sein Start-up endlich Geld – aber anders, als er dachte.

          Viel Lärm um Tesla Video-Seite öffnen

          Protest in Grünheide : Viel Lärm um Tesla

          Der Autobauer und das Land Brandenburg haben sich auf den Kauf der Landfläche geeinigt, auf der der Konzern seine Fabrik für Elektroautos errichten will. Ein Gutachten soll nun den Kaufpreis ermitteln. Gegner des Vorhabens fordern mehr Transparenz und fürchten Umweltschäden.

          Attacke auf Angestellte

          FAZ Plus Artikel: Der Steuertipp : Attacke auf Angestellte

          Eine Änderung des Steuergesetzes könnte dazu führen, dass Leistungen wie ein Jobticket, ein überlassenes E-Bike oder Zuschüsse für die Kinderbetreuung bald voll zu versteuern sind.

          Topmeldungen

          Von wegen sibirische Kälte: So weichen die mittleren Temperaturen im bisherigen Januar 2020 vom Mittelwert 1981 bis 2010 ab.

          Kalte Jahreszeit : Winterhitze

          Vergangene Woche war es zwar endlich etwas kälter, doch mit einem richtigen Winter wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.