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Thyssenkrupp, Bosch und Co. : Die Industrie wird grün

Vom Stahlunternehmen bis zum Chemiekonzern: Die Schwerindustrie in Deutschland verschreibt sich in großen Teilen der Klimaneutralität. Doch bei den Strategien gibt es mehrere Haken. Bild: plainpicture/Bernd Schumacher

Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen klimaneutral werden. Das klingt erst mal gut. Doch noch immer gibt es viele offene Baustellen, die die Transformation verlangsamen – auch in der Politik.

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          Keine vier Wochen ist es her, da feierte man im Duisburger Norden eine Weltpremiere. Während rheinaufwärts die Jecken wieder einmal schunkelnd in die neue Karneval-Saision starteten, stand der 11.11. für den deutschen Stahlkonzern Thyssenkrupp ganz im Zeichen des Wasserstoffs. Erstmals wurde dessen Einsatz im laufenden Hochofenbetrieb getestet. Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart war persönlich zur Stelle. Er hielt ein Schild mit der Aufschrift „H2, weg von CO2“ in die Kamera. Denn bislang braucht es zur Herstellung von Stahl große Mengen an klimaschädlichem Koks.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Start der Versuchsreihe glückte. Koks ließ sich tatsächlich im laufenden Betrieb durch Wasserstoff (H2) ersetzen, Branche und Öffentlichkeit nahmen Notiz, bei Thyssenkrupp konnte man zufrieden sein. Ein „Meilenstein in der Transformation zur klimaneutralen Stahlproduktion“ sei gemacht, hieß es später auf Grundlage der Pressemitteilung des Unternehmens in einer Reihe von Berichten. Die frohe Botschaft wurde nur zu gerne aufgenommen: Die Industrie bewegt sich. Und zwar von ganz allein.

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