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Zum Auftakt des Klimagipfels : Biden verkündet ehrgeizige Klimaziele

Im März: Der amerikanische Präsident Joe Biden Bild: EPA

Der amerikanische Präsident Joe Biden will zum Auftakt des Klimagipfels ambitionierte Ziele verkünden: Amerika will den Ausstoß der Treibhausgase offenbar deutlich reduzieren.

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          Amerikas Präsident Joe Biden unterfüttert die Rückkehr der Vereinigten Staaten zum Pariser Klimaschutzabkommen mit konkreten Reduktionsversprechen: Er will nach übereinstimmenden Berichten zum Auftakt des zweitägigen Klimagipfels ankündigen, dass die Vereinigten Staaten den Ausstoß ihrer Treibhausgase im Vergleich zu den Emissionen im Jahr 2005 binnen zehn Jahren halbieren wollen. Der Plan ist deutlich ambitionierter als frühere Zusagen unter Präsident Barack Obama, der eine Reduktion von 28 Prozent als Amerikas Beitrag zum Pariser Klimapakt versprochen hatte. Dessen Nachfolger Donald Trump hatte die Mitwirkung Amerikas an dem globalen Abkommen aufgekündigt. 

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Biden-Regierung hatte im Vorfeld des zweitägigen virtuellen Gipfels andere Länder gedrängt, ihre Emissionsziele nachzuschärfen. Bidens Klimabotschafter John Kerry war zu diesem Zweck eigens nach Schanghai gereist, um China zur Mitwirkung zu gewinnen. Staatsführer Xi Jinping hat Kooperation zugesagt und wird nach offiziellen Angaben an dem Gipfel teilnehmen. Das Weiße Haus hat die Regierungschefs der 17 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer eingeladen, die rund 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und der CO2-Emissionen repräsentieren.

          Zu den Rednern gehört auch Papst Franziskus

          Darunter sind Bundeskanzlerin Angela Merkel, Russlands Staatspräsident Wladimir Putin, Indiens Staatschef Narendra Modi und Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Dieser spielt eine Sonderrolle: Er kündigte in einem Brief an Biden einen Plan an, die illegale Abholzung der Amazonas-Wälder zu stoppen, wünscht sich dafür aber Geld der amerikanischen Regierung und Wirtschaft. Im Schreiben warnte Bolsonaro, dass die Abholzungsrate seit 2012 steige. Die Amazonas-Wälder gelten als wichtige Klimasenker. Japan und Kanada sind zwei Länder, die verschärfte Reduktionsziele verkünden könnten, erhofft sich die Biden-Regierung.  

          Zu den Rednern auf dem Klimagipfel gehört auch Papst Franziskus, der kürzlich eine pastorale Orientierungsschrift zu Klimaflüchtlingen veröffentlicht hatte. Beiträge des Chefs der Weltbank und der Chefin des Internationalem Währungsfonds sind ebenso angesetzt wie Reden des Philanthropen Bill Gates und einer Handvoll Wirtschaftsvertreter, darunter Allianz-Chef Oliver Bäte.

          Eine Reihe multinationaler Konzerne hat in den jüngsten Tagen eigene Klimaziele verkündet und Investitionen zur Erreichung dieser Ziele versprochen. Das IT-Unternehmen Cisco will über seine Stiftung in der nächsten Dekade 100 Millionen Dollar zur Bekämpfung des Klimawandels ausgeben. Microsoft, Apple, Google und Amazon hatten zuvor schon hohe Investitionen verkündet mit dem Ziel, die Klimaerwärmung zu bremsen. Eine von den Vereinten Nationen koordinierte Gruppe von Banken, Versicherungen und Vermögensverwaltern kündigte unterdessen an, ihre Klienten auf Klimaneutralität zu drängen.

          Jüngste Prognosen unterstreichen die Dringlichkeit: CO2-Emissionen aus Energieverbrauch werden dieses Jahr kräftig steigen, wegen stark wachsender Wirtschaftsaktivität nach der Corona-Krise. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass die Emissionen um 5 Prozent steigen und damit das Niveau von 2019 erreichen.

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