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Heizkosten 2019 : Heizen wird in Zukunft noch teurer

Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland mehr die Heizung aufgedreht als im Vorjahr. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr wurde trotz des milden Wetters in Deutschland mehr geheizt und mehr CO2 ausgestoßen. Das bedeutet eine höhere Heiz-Rechnung – die aber sehr unterschiedlich ausfällt.

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          Obwohl 2019 mit eher milder Witterung in Erinnerung bleiben wird, haben die Haushalte in Deutschland mehr geheizt und müssen mehr dafür zahlen. Offenbar unter anderem deshalb, weil sich warme und kalte Tage aus Heizkosten-Sicht ungünstig verteilten. Vor allem im Frühjahr war es lange recht kühl. Das geht aus Erhebungen der Internetportale Verivox und Check 24 hervor. Die Kosten für Haushalte stiegen demnach um 8,3 Prozent über das Vorjahresniveau.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Neben der Witterung sind aber wohl vor allem die höheren Gaspreise Grund für den Kostenanstieg. Gas war demnach im Jahresmittel rund 6 Prozent teurer als im Vorjahr. Haushalte mit einer Ölheizung wurden durch den gestiegenen Heizbedarf nicht ganz so stark belastet: Ihre Ölrechnung fiel nur 1,7 Prozent höher aus als 2018. Dafür sei der gesunkene Heizölpreis verantwortlich, schreibt Check 24. Im vergangenen Jahr hätten Verbraucher für Heizöl im Schnitt 4,1 Prozent je Liter weniger gezahlt als noch 2018. Vor allem im Herbst 2018 war Öl recht teuer gewesen.

          Für eine Musterfamilie, die ihr Reihenhaus mit Gas heizt, bedeutete die Entwicklung in absoluten Werten eine Steigerung von 1129 auf 1223 Euro im Jahr. Derselbe Haushalt mit Ölheizung musste 1309 statt 1288 Euro zahlen. Trotz der größeren Kostensteigerung beim Gas zahlten Haushalte mit Ölheizung unter dem Strich dennoch den höheren Betrag.

          So hoch sind die künftigen Mehrbelastungen

          Unabhängig von der Strenge künftiger Winter kommen mit dem beschlossenen Klimapaket der Bundesregierung von 2021 an zusätzliche Kosten auf Verbraucher zu. Zum veranschlagten Preis von 25Euro je Tonne CO2 zahlten Gaskunden mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden rund 119 Euro mehr im Jahr, Haushalte mit Ölheizung sogar 158 Euro. In den Folgejahren steige der Preis je Tonne kontinuierlich und werde 2025 dann 55 Euro je Tonne erreichen. Nach Berechnungen von Verivox kämen Haushalte mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bei Gas-Heizungen auf jährliche Mehrkosten von 264 Euro brutto. Wer mit Öl heize, den erwarteten bei gleichem Verbrauch zusätzliche Kosten von durchschnittlich 348 Euro.

          Gelegentlich wird argumentiert, es sei das milde Wetter gewesen, das im vergangenen Jahr den CO2-Ausstoß etwas gebremst habe. Die Zahlen zum Heizen legen jetzt zumindest für diesen Teil des Ausstoßes hingegen eher eine Zunahme nahe. Check 24 hat das auf Anfrage der F.A.Z. für einen Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden im Jahr ausgerechnet: Das Portal kommt zu dem Schluss, der Heizbedarf im vergangenen Jahr sei unter anderem durch kühle Frühlingstage um 3,1 Prozent höher gewesen als im – sehr warmen – Vorjahr. Verivox geht nur von einem Plus von 2 Prozent aus. Allerdings sei der CO2-Ausstoß je Heizungstyp sehr unterschiedlich. Mit den Emissionsfaktoren 0,2 Kilogramm je Kilowattstunde für Gas und 0,265 Kilogramm je Kilowattstunde für Heizöl, so berichtet Check 24, komme man auf einen zusätzlichen CO2-Ausstoß im Jahr 2019 in Haushalten mit Gasheizung von 116 Kilogramm und bei Ölheizungen von 154 Kilogramm.

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