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Hanau und das Kohlekraftwerk : Eigene Quelle für Fernwärme

Ende in Sicht: Noch bis 2024 liefert das Kraftwerk Staudinger Fernwärme. Bild: dpa

Hanau will unabhängig von Staudinger werden. Das Vertragsende will die Stadt nutzen, um sich vom Kraftwerk zu trennen und eine eigene Quelle für Fernwärme aufzubauen. Dafür hat sie eine Zusammenarbeit mit der Mainova geplant.

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          Bei ihrer Wärmeversorgung will die Stadt Hanau sich vom Kraftwerk Staudinger unabhängig machen. Bisher wird aus dem Kohlekraftwerk im Nachbarort Großkrotzenburg Fernwärme bezogen. Der Vertrag dafür läuft im Jahr 2024 aus, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) erläutert hat. Das Vertragsende will die Stadt nach seinen Worten nutzen, um sich vom Kraftwerk zu trennen und eine eigene Quelle für Fernwärme aufzubauen. „Bis dahin wollen wir auf Hanauer Gemarkung entweder auf dem Gelände der ehemaligen Großauheim- oder der Underwood-Kaserne mit Erzeugungsanlagen auf eigenen Füßen stehen“, sagte der Oberbürgermeister.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Hanau hat diesen Plänen schon zugestimmt. Nach Kaminskys Worten ist die Mainova AG, der Energieversorger der Stadt Frankfurt, als Partner vorgesehen. Die Hanauer Stadtwerke arbeiten bisher schon mit der Mainova zusammen, die an dem Hanauer Unternehmen beteiligt ist. Auch eine Kooperation mit den Gemeindewerken Großkrotzenburg ist dem Oberbürgermeister zufolge denkbar, weil deren Vertrag mit dem Kraftwerk Staudinger ebenfalls im Jahr 2024 ausläuft.

          Die Stadtwerke planen den Bau neuer Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, also Anlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme liefern. Vorgesehen sind drei Maschinen mit einer Leistung von je zehn Megawatt. Hinzukommen sollen noch zwei Kessel mit je acht Megawatt Leistung als Reserve. In den Heizwerken Wolfgang und Weststadt verfügt das städtische Energieunternehmen schon über Versorgungskapazitäten für das Hanauer Fernwärmenetz. Das bestehende Netz versorgt Haushalte und Betriebe an rund 1290 Übergabestationen mit Wärme. Eine weitere denkbare Quelle für die Fernwärme ist nach den Worten der Stadtwerke-Geschäftsführerin Martina Butz die Nutzung der Abwärme eines Rechenzentrums, das auf einer ehemaligen Militärfläche in Großauheim geplant ist.

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