https://www.faz.net/-gqe-ae157

Bedrohte Ökosysteme : Forscher dringen auf Schutz von Korallenriffen

  • Aktualisiert am

Ein Korallenriff in den Malediven: Die Bedrohung dieser Ökosysteme gilt als ein Vorbote von dem, was der Klimawandel bewirken wird. Bild: Picture-Alliance

Korallen sind als Erste gravierend vom Klimawandel betroffen. So war es auch schon in früheren Phasen der Erdgeschichte. Forscher verlangen deshalb mehr Anstrengungen zu ihrem Schutz.

          1 Min.

          Die ökologisch außerordentlich bedeutsamen Korallenriffe sind laut einer Analyse von Experten aus aller Welt erheblich bedroht. Gegenüber einem Zustandsbericht aus dem Jahr 2008 habe sich die Situation weiter verschlechtert, bilanzierte am Freitag zum Ende des 14. Internationalen Korallenriff-Symposiums ICRS der Vorsitzende der Konferenz, der Bremer Meeresbiologe Christian Wild.

          Die fünftägige Konferenz mit rund 1300 Expertinnen und Experten aus 80 Ländern hatte die Universität Bremen digital organisiert. In einem von der Internationalen Korallenriff-Gesellschaft (International Coral Reef Society) entwickelten Strategiepapier rief die Konferenz zum schnellen Handeln auf. Mit Nachdruck mahnte sie drei Maßnahmen zur Rettung der Riffe an.

          Dabei geht es um die Bekämpfung des Klimawandels, die Verbesserung lokaler Lebensbedingungen für die Korallen und die aktive Wiederaufforstung von Riffen. Das Papier richtet sich an Entscheidungstragende in allen Ländern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

          Korallenriffe gehören wie tropische Regenwälder zu den Ökosystemen von globaler Bedeutung. Ihr Vorkommen erstreckt sich entlang des Äquators zwischen dem 30. Breitengrad Nord und Süd um die ganze Erde. „Ihr ökonomischer Wert beläuft sich auf 10 Billionen US-Dollar pro Jahr“, sagte Sebastian Ferse vom Bremer Leibniz Zentrum für Marine Tropenforschung, der die Konferenz mit organisiert hat.

          Etwa 600 Millionen Menschen seien wirtschaftlich direkt von funktionierenden Korallenriffen abhängig. Eine Hauptbedrohung für die Riffe ist die Korallenbleiche. Sie führt in den meisten Fällen zu einem großflächigen Absterben der riffbildenden Korallen und damit zur Vernichtung großer Ökosysteme. Ein zentraler Auslöser für die Korallenbleiche ist die globale Meereserwärmung, die direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

          Weitere Themen

          Der deutsche Börsenstar

          Sartorius-Chef Kreuzburg : Der deutsche Börsenstar

          40.000 Prozent Kursplus in 18 Jahren: Joachim Kreuzburg hat aus Sartorius einen Weltkonzern gemacht. Alle Impfstoffhersteller sind auf die Produkte angewiesen. Analysten sehen weiteres Kurspotential.

          Topmeldungen

          In einer Reihe? Die SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, in ihrer Mitte Kanzlerkandidat Olaf Scholz

          Esken und Kühnert : Wie viel Scholz steckt in der SPD?

          Noch herrscht zwischen Kanzlerkandidat und Parteiführung Einigkeit – nach der Wahl könnte sich das ändern. Vor allem die Jusos werden in der neugewählten Fraktion stark vertreten sein.
          Wird nun nicht mehr ausgeliefert: Ein französisches Jagd-U-Boot der Barracuda-Klasse in der Version für Australien

          Australiens Rüstungsgeschäft : Lärmende deutsche U-Boote

          Frankreich hat einst Deutschland beim australischen U-Boot-Auftrag ausgestochen. Über die Geschichte des größten Rüstungsauftrags in Australiens Geschichte.
          Donald Trump im Juli 2021

          Wegen Enthüllungen : Trump verklagt seine Nichte

          Donald Trump will sich für die Enthüllungen über seine Finanzen rächen. Er verklagt die New York Times und seine eigene Nichte – denn die war eine wichtige Quelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.