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EU-Klimapaket : Müssen nun alle Europäer Elektroautos kaufen?

Zumindest Deutschland möchte nicht nur aus der Kernkraft aussteigen, sondern mittelfristig auch aus der Kohle. Bild: dpa

Bisher hat die EU-Kommission nur immer neue Klimaziele ausgerufen, nun stellt sie einen konkreten Plan vor. Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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          Wird der Emissionshandel jetzt das Maß aller Dinge?

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Der Handel mit CO2-Rechten gilt als das marktwirtschaftliche Instrument schlechthin, um den Ausstoß zu reduzieren. Dafür wird die Zahl der CO2-Rechte auf die angestrebte Menge begrenzt und an die Teilnehmer versteigert oder auch kostenlos zugeteilt. Es bleibt damit ihnen überlassen, ob und wie sie den Ausstoß senken oder ob sie CO2-Rechte von anderen kaufen. Das System setzt darauf, dass die Teilnehmer selbst kreativ werden und Lösungen zur Senkung der Emissionen suchen. Das funktioniert gut, seit der Preis auf mehr als 50 Euro je Tonne gestiegen ist. Bis 2030 soll die Zahl der Rechte weiter sinken. Bisher waren es 2,2 Prozent im Jahr. Künftig sollen es 4,2 Prozent sein. Bisher gibt es den Handel mit CO2-Rechten für die Industrie, die Energieerzeuger und den innereuropäischen Flugverkehr. Die decken aber nur 40 Prozent der Emissionen ab. Die Kommission will deshalb nun auch den Schiffsverkehr einbeziehen. Für Fahrten in und aus der EU sollen die Reeder aber nur 50 Prozent der Rechte vorweisen müssen. Zudem will sie 2026 einen neuen Emissionshandel für Verkehr und Gebäude schaffen. Damit fallen alle Sektoren außer der Landwirtschaft unter den Emissionshandel. Das Maß aller Dinge wird er damit aber nicht. Die Kommission selbst bezeichnet ihr Paket eher als Triangel aus Emissionshandel, Regulierung und Steuern, die alle einen Beitrag auf dem Weg zu minus 55 Prozent leisten sollen.

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