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Deutsche Energiepolitik : Ganz ohne Kohle geht’s vorläufig nicht

Kohlebagger im Tagebau Garzweiler Bild: EPA

Der Kohleausstieg ist ein teilweise fauler und sehr teurer Kompromiss. Doch immerhin gibt es nun die Chance, eine lange Kontroverse zu befrieden.

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          In einer Hinsicht haben die Klimaaktivisten in Garzweiler und in der Lausitz recht: Der Kohleausstieg, den der Bundestag nächste Woche besiegeln will, ist ein teilweise fauler und sehr teurer Kompromiss. Es fehlte Mut, auf die steuernde Wirkung steigender CO2-Preise zu setzen, die der schmutzigen Braunkohle als Erste den Garaus gemacht hätten.

          Stattdessen hat sich die Politik auf zig Milliarden Entschädigungen für einen detaillierten Stilllegungsfahrplan verständigt. Aber immerhin gibt es nun die Chance, eine lange Kontroverse zu befrieden und Planungssicherheit zu schaffen: Für die Beschäftigten, von denen Tausende ihre Arbeit verlieren werden. Für die Regionalpolitik, um den Strukturwandel abzufedern. Für einen Wandel, der Energieversorgung und Wirtschaft nicht überfordert.

          Solange die Speichertechnik in den Kinderschuhen steckt, geht es nicht ohne konventionelle Kraftwerke, vorläufig leider auch nicht ganz ohne Kohle. Und wer abschalten will, muss Neues zulassen. Windräder an Land und vor der Küste, viele Kilometer neue Höchstspannungsleitungen: Wie die Proteste an anderer Stelle zeigen, wird Ökostrom bei vielen dann schnell zum Lippenbekenntnis.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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