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19 Milliarden Euro seit Januar : EEG-Förderung so teuer wie nie

Windräder des Offshore-Windparks „Baltic 2“ in der Ostsee vor der Insel Rügen Bild: dpa

Monat für Monat verrechnen die Netzbetreiber das Aufkommen aus der EEG-Umlage mit den Ausgaben für staatlich geförderten Ökostrom. Im Juli vergrößerte sich der Fehlbetrag abermals.

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          Die deutsche Ökostromförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kostet in diesem Jahr sehr wahrscheinlich so viel wie nie zuvor. Wie die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW am Dienstag mitteilten, flossen im Juli ungefähr 2,8 Milliarden Euro an die Betreiber von EEG-geförderten Wind-, Solar- und Biomasseanlagen. Die Ausgaben lagen abermals deutlich über den Einnahmen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Der daraus resultierende Fehlbetrag auf dem sogenannten EEG-Konto stieg damit um weitere 0,9 Milliarden Euro auf nunmehr 2 Milliarden Euro.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auf dem Konto werden monatlich die Förderzusagen mit den Einnahmen aus der EEG-Umlage auf den Strompreis verrechnet, den mit Ausnahme der energieintensiven Industrie alle Verbraucher zahlen. Ist der Saldo dauerhaft negativ, wie es im Juni mit minus 1,3 Milliarden Euro erstmals seit Dezember 2013 der Fall war, dürften sich die Netzbetreiber in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur zu einer Anhebung der jährlich festgelegten EEG-Umlage entschließen. Die Entscheidung hierüber fällt im Oktober. Derzeit beträgt die Umlage 6,756 Cent je Kilowattstunde – für Privatverbraucher inklusive Mehrwertsteuer ein Viertel des Strompreises.

          Zwar ist ein negativer Saldo im Juli keine Besonderheit. Auch in den Sommermonaten der Vorjahre übertrafen die Ausgaben wegen der hohen Einspeisung von Photovoltaik (PV) die Einnahmen. Das liegt vor allem daran, dass nach wie vor teure PV-Altlasten im Fördersystem verharren, denen ehemals für die Dauer von 20 Jahren bis zu 50 Cent je Kilowattstunde an Vergütung zugesagt wurden; das Aufkommen aus der EEG-Umlage begleicht die Differenz zwischen den ausgezahlten Vergütungen und dem zumeist niedrigeren Börsenwert des eingespeisten Stroms.

          Bild: F.A.Z.

          Nach wie vor schlagen sich aber auch die Auswirkungen der Corona-Krise in der EEG-Bilanz nieder: Der immer noch unterdurchschnittliche Stromverbrauch spült weniger Einnahmen in die Kasse, die im Juli den dritten Monat in Folge unter 2 Milliarden Euro lagen. Und vor allem verursachte der krisenbedingte Preisverfall an der Strombörse ausgabenseitig höhere Differenzzahlungen. In Summe verzeichnet das EEG-Konto seit Jahresbeginn Abflüsse von knapp 19 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Zeitraum Januar bis Juli der drei Vorjahre waren es jeweils 15 bis 16 Milliarden Euro gewesen.

          Stromkunden dürfte diese Entwicklung zunächst indes nicht direkt treffen. So hatte die Bundesregierung im Konjunkturpaket angekündigt, die EEG-Umlage in den Jahren 2021 und 2022 nicht auf 7 Cent oder noch höher steigen zu lassen, sondern auf 6,5 und 6 Cent deckeln zu wollen. Dafür will sie 11 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bereitstellen. Der Zuschuss wird freilich nötig, da die Einnahmen aus der neuen CO2-Abgabe auf Gas, Sprit und Heizöl anders als geplant nicht reichen, um die EEG-Umlage konstant zu halten. Welche Zuschüsse am Ende wirklich nötig werden, ist offen. Die Netzbetreiber hüten sich vor einer Prognose. 50Hertz teilte mit, es sei jetzt „noch viel zu früh, über die Umlage zu spekulieren“.

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