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Hohe EEG-Kosten im März : Die Corona-Krise kommt Stromkunden teuer zu stehen

Im März gab es erstmals in diesem Monat einen Fehlbetrag auf dem EEG-Konto. Bild: dpa

Der Shutdown verursacht auf dem Strommarkt einen Preissturz. Damit Ökostromerzeuger trotzdem auf ihre Vergütung kommen, müssen Verbraucher zahlen.

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          Am Ostermontag um 5 Uhr war es wieder soweit: Sturmböen zogen übers Land, die die tags zuvor noch magere Windstromerzeugung in die Höhe trieben. Da im Süden Deutschlands zugleich kräftig die Sonne schien und Kohlekraftwerksbetreiber das kurzfristige Hoch- und Runterfahren ihrer Anlagen zu viel Energie kostet, diese aus Versorgungsgründen nicht vom Netz dürfen oder zur gekoppelten Wärmeerzeugung sowieso durchlaufen, traf auf dem Strommarkt viel zu viel Angebot auf viel zu wenig Nachfrage. Der Preis wurde negativ, in der Spitze kostete eine Megawattstunde Strom an der Leipziger Börse minus 78,15 Euro. Erst um 19 Uhr beruhigte sich die Lage und der Preis wurde wieder positiv.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon im Februar hatte die Häufung von Stürmen für immer mehr Phasen gesorgt, in denen Strom weniger als 0 Euro kostete und mit Aufschlag ins Ausland verschenkt wurde. Allein in den ersten dreieinhalb Monaten dieses Jahres waren es schon 147 Stunden, wie die Bundesnetzagentur der F.A.Z. am Dienstag mitteilte. Damit wird deutlich, dass das Zusammenspiel zwischen unflexiblen Atom- und Kohlekraftwerken und der stark schwankenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne in diesem Jahr noch schlechter gelingt als schon im Trend der Vorjahre; 2018 gab es im gesamten Jahr 134 Stunden, 2019 211 Stunden mit negativen Preisen. Die Kosten für diese Ressourcenverschwendung trägt der Verbraucher über die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG).

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