https://www.faz.net/-gqe-9yhag

Preissturz an der Strombörse : Irrsinn made in Germany

Wenn viel Wind weht und die Sonne scheint, gibt es in Deutschland oft mehr Strom als benötigt wird. Bild: dpa

Es waren politische Entscheidungen, mit dem EEG ein mehr plan- als marktwirtschaftliches Fördersystem zu schaffen. Die Folgen zeigen sich jetzt einmal mehr.

          1 Min.

          Wenn der Metzger Wurst verschenkt und sie erst mit ein paar Extrascheiben obendrauf loswird, kann irgendetwas nicht stimmen. Doch auf dem deutschen Strommarkt ist solcher Irrsinn gang und gäbe. Hier gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage nur bedingt. Mal weht der Wind, mal weht er nicht, was per se nicht schlecht ist, außer wenn Ökostromerzeuger unbegrenzt einspeisen dürfen und sich um den Rest nicht scheren müssen.

          Es waren politische Entscheidungen, mit dem EEG ein mehr plan- als marktwirtschaftliches Fördersystem zu schaffen, das Stromerzeugung jenseits von Preisen und Kosten ermöglicht hat. Dass es Erneuerbare auch für weniger Geld gegeben hätte, ist bekannt. Dass die amtierende Bundesregierung nicht den Eindruck vermittelt, aus Fehlern zu lernen, leider auch.

          Noch immer sind die Rahmenbedingungen dürftig, damit Überschussstrom mit „Power-to-X“ umgewandelt und gespeichert wird. Noch immer bleibt offen, ob die hohe Steuer- und Abgabenlast auch mal sinkt. Und noch immer sind Zweifel an der künftigen Versorgungssicherheit nicht ausgeräumt.

          Nur eines wird in dieser Krise wieder deutlich: Die Kosten steigen.

          Niklas Záboji
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Proteste in Kolumbien Video-Seite öffnen

          Darum geht es : Proteste in Kolumbien

          Seit Tagen gibt es in Kolumbien massive Proteste; mehrere Menschen wurden getötet. Ursprünglich richtete sich der Unmut gegen später zurückgezogene Pläne für eine Steuerreform; mittlerweile richten sich die Demonstrationen allgemein gegen die Politik der Regierung von Präsident Ivan Duque.

          Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.

          Topmeldungen

          Die Zahl der Internet-Attacken nimmt zu.

          Cyber-Kriminalität : Im Netz der kaltblütigen Erpresser

          Hacker dringen mit ihren Angriffen in immer sensiblere Bereiche vor. Sie nehmen Daten als Geisel und Tote in Kauf. Treffen kann es jeden.
          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

          Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.