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Öffentlicher Verkehr : Bahn streicht jeden achtzigsten Zug ersatzlos

Böschungsbrände wie hier zwischen Nürnberg und Regensburg können ein Grund für Zugausfälle sein. Bild: dpa

Die Deutsche Bahn freut sich über eine Erfüllungsquote von 1,2 Prozent. Bahnkunden standen im vergangenen Jahr in 3700 Fällen vor einem komplett leeren Gleis. Ein FDP-Politiker bemängelt den ausbleibenden Fortschritt.

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          Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr 3700 von rund 300.000 Fahrten ersatzlos gestrichen. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Verkehrspolitikers Torsten Herbst hervor. „Trotz aller Versprechen schafft es die Deutsche Bahn nicht, die anhaltenden Probleme bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu lösen“, kritisierte Herbst.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Für Tausende Fahrgäste, die davon täglich betroffen seien, sei das „kein hinnehmbarer Zustand“. Die Bundesregierung müsse sich fragen, wie lange sie dieser Entwicklung noch tatenlos zuschauen wolle. Besonders hoch war die Zahl der Zugausfälle im Fernverkehr im vergangenen Dezember: In dem Monat fielen 3 Prozent der ICE und 1,4 Prozent der IC-Züge aus.

          Die Quote der Zugausfälle liegt seit Jahren relativ stabil bei etwas mehr als einem Prozent. Die Bahn verbreitet deshalb eine andere Lesart der Zahlen: „Die weit überwiegende Mehrheit der Fahrgäste konnte sich darauf verlassen, dass ihr Zug fährt“, schreibt sie auf der Internetseite. „Die sogenannte Erfüllungsquote aller täglich verkehrenden 24.000 Fern- und Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn liegt in den letzten Jahren stabil über 99 Prozent im Jahresschnitt.“

          Die Zugausfälle des zurückliegenden Jahres führt die Bahn auf externe Ursachen wie Stürme, Schnee, Böschungsbrände und Suizide sowie auf Störungen an Infrastruktur und Zügen zurück. Dazu gehört auch, dass oft weniger Fahrzeuge verfügbar sind als nötig wäre. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert deshalb zusätzliche Reservezüge sowie eine bessere Information der Fahrgäste. Die Bahn hat selbst ein hohes Interesse, die Zuverlässigkeit des Betriebs zu verbessern. Denn aus Verspätungen und Ausfällen leiten sich Entschädigungspflichten ab.

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