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CO2-Politik : Kalifornien wählt für Dienstwagen VW statt GM

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Der Autohersteller aus Wolfsburg kann von der Kaufkraft des Westküstenstaats Kalifornien nicht profitieren. Bild: dpa

Die Entscheidung des amerikanischen Bundesstaats ist auch eine Konsequenz aus dem Abgas-Streit mit der Regierung in Washington. Deutsche Autobauer dürfte die Entscheidung freuen.

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          Der amerikanische Bundesstaat Kalifornien zieht beim Kauf neuer Dienstwagen Konsequenzen aus dem Abgas-Streit mit der Regierung in Washington. Es würden keine Fahrzeuge mehr von GM, Toyota, Fiat Chrysler angeschafft, kündigte Gouverneur Gavin Newsom am Montag an. Denn die Konzerne unterstützten Bemühungen von Präsident Donald Trump, Kalifornien das Recht auf eigene Emissionsstandards zu entziehen. „Autohersteller, die sich auf die falsche Seite der Geschichte gestellt haben, werden von der Kaufkraft Kaliforniens nichts haben“, unterstrich Newsom. Von Januar an würden nur noch Autos von Herstellern angeschafft, die Kaliforniens Rechte respektierten, so Ford, Honda, BMW und VW.

          Bei den beiden deutschen Hersteller kaufte der als Vorreiter für strengere Umweltstandards bekannte Westküstenstaat in den Jahren 2016 bis 2018 keinen einzigen Wagen. Für Ford-Fahrzeuge gab Kalifornien in dieser Zeit gut 69 Millionen Dollar aus. Für Autos von GM gab der Bundesstaat knapp 59 Millionen Dollar aus, für Fiat-Chrysler-Fahrzeuge fast 56 Millionen und für Toyota-Modelle gut zehn Millionen Dollar.

          Auf Trumps Linie

          Wie die New York Times unter Berufung auf Statistiken des Bundesstaates berichtet, besteht der Fuhrpark der Regierung des Bundesstaats aus etwa 51.000 Fahrzeugen; größtenteils Ford- oder Fiat Chrysler-Fabrikate. Neu angeschafft würden jedes Jahr zwischen 2000 und 3000 Wagen. Nicht betroffen von der neuen Regelung sind derweil Wagen für beispielsweise die Autobahnpolizei. Hier könne weiterhin auf Fahrzeuge wie der der bullige Dodge Charger aus dem Hause Fiat Chrysler gesetzt werden, hieß es.

          Die Autohersteller waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen oder lehnten sie ab. GM, Toyota und Chrysler stellten sich im Oktober hinter Trumps Kampf gegen das Vorpreschen Kaliforniens. Ford, BMW und VW hatten sich dagegen schon im Juli dazu verpflichtet, sich an die kalifornischen Standards zu halten.

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