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China, die EU und Amerika : Gegensätzlicher könnte Klimapolitik kaum sein

Kohle-Renaissance in China: Aus den Kühltürmen eines Kohlekraftwerks in Zhangjiakou steigt Wasserdampf auf. Bild: AFP

Während die Europäer auf Klimaneutralität drängen, erlebt die Kohle in China eine Renaissance. In Amerika macht zumindest eine Entwicklung – etwas – mehr Hoffnung. Unsere Korrespondenten berichten.

          5 Min.

          Nach der Klimakonferenz in Polen im vergangenen Jahr gab es viel Lob für China. Weil der global größte Emittent zum Schluss nicht mehr darauf bestanden hatte, dass für reiche Industrie- und ärmere Entwicklungsländer unterschiedliche Regeln gelten sollten in Bezug auf die Messung von Emissionsmengen, hätten die Pekinger Unterhändler das Treffen „gerettet“, hieß es. Schon in den Vorjahren hatte China ungewohntes Lob einheimsen können von Klimaschützern, die auffällig häufig in Deutschland anzutreffen waren.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Das riesige Land mit 1,4 Milliarden Menschen, die in ihren Autos und in den Fabriken mehr Emissionen ausstoßen als Amerika und Europa zusammen, hatte sich im Jahr 2014 mit den Vereinigten Staaten darauf verständigt, seinen Ausstoß vom Jahr 2030 an nicht mehr zu erhöhen. Bis dahin sollten Atomkraft und erneuerbare Energie 20 Prozent des Energiebedarfs decken. Ein Jahr später in Paris wurde China, dessen Regierung die Klimakonferenz sechs Jahre zuvor in Kopenhagen noch durch Sturheit hatte Scheitern lassen, regelrecht gefeiert. Das Land verpflichtete sich, seine Emissionen bis 2030 um 60 bis 65 Prozent zu reduzieren – gemessen am Vergleichsjahr 2005.

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